Fasten: Ein Resümee

20. April 2014

Sieben Wochen sind um, und nachdem ich es heute morgen endlich einmal zum Ostergottesdienst um 5.30 Uhr geschafft habe (es war wirklich, wirklich schön!), möchte ich eine kleine Zusammenfassung meiner sieben Wochen schreiben.
Dazu zitiere ich noch einmal die Dinge, an denen ich mich orientieren wollte (auf diese Idee aufmerksam geworden war ich ja bei Karmi):

Konkret bedeutet dies also:

  • Vermeidung negativer Schlagzeilen, Nachrichten, Medien etc. Das
    heißt zum Beispiel keine Bücher mehr über Massentierhaltung, keine
    Zombie- und Horrorfilme, keine Nachrichten im TV oder in den Printmedien
    (man wird ja über Internet, Radio und seine Umwelt immer auf dem
    laufenden gehalten über das Geschehen in der Welt). Die
    Berichterstattung unserer Medien ist extrem einseitig und auf negative
    Geschehnisse ausgerichtet.
  • Arbeit mit positiven Gedanken und Affirmationen. Sich beim Blick in
    den Spiegel ein Lächeln schenken und “ich liebe dich” sagen anstatt “man
    sieht du heute fertig auf” oder “ich muss dringend abnehmen”. Wenn man
    einmal aufmerksam auf seine Gedanken achtet, stellt man fest wieviele
    dieser Gedanken destruktiver, negativer und abwertender Natur sind. Ich
    möchte versuchen diese Gedanken einfach bewusst wahrzunehmen und wenn
    möglich um zu formulieren.
  • Katastrophenphanatsien einschränken. Ich bin ein Mensch der dazu
    neigt sich viele Sorgen zu machen (um mich selbst genau so wie um
    andere). Wenn ich merke das ich Horrorphantasien nachhänge und mir
    ausmale was für schlimme Dinge passieren könnten, möchte ich dieses
    negativen Gedankenkreisen unterbrechen und versuchen,
    positive/schöne/lustige Gedanken/Vorstellungen zu haben.
  • Nichts Negatives über irgend einen Menschen sagen sondern versuchen
    das positive sowohl in jeder Situation, als auch in jeder Person zu
    sehen.

Doch was konnte ich in den sieben Wochen wirklich umsetzen? Wie oft dachte ich an mein Vorhaben und was fiel mir vielleicht schwer?
Auf die negativen Schlagzeilen, die so Tag für Tag auf mich einprasseln, machte ich mich sehr schnell immer wieder aufmerksam – manchmal fiel es mir jedoch wirklich schwer, dann beuspielsweise einfach das entsprechende Fenster meines Browsers zu schließen, eine Facebook-Nachricht zu übergehen und mich nicht (zu intensiv) damit auseinanderzusetzen. Mit der Zeit bemerkte ich jedoch, dass es mir wirklich guttat, mich negativen Schlagzeilen zu entziehen und dass es sich immer um ähnliche oder sogar dieselben Themen handelte. Hatte ich zu Beginn noch Angst gehabt, eine wichtige Nachricht zu verpassen, so merkte ich nun, dass es nichts zu verpassen gab – denn die negativen Schlagzeilen ähnelten sich sehr und ich erfuhr selten einmal etwas wirklich neues. Diese Gedanken möchte ich unbedingt mit in die Nach-Fastenzeit nehmen und mich manchmal von all den negativen Seiten zurückziehen. Uninformierter bin ich dadurch nicht, denn einmal am Tag Radionachrichten zu hören, finde ich nicht problematisch.
Meine negativen Gedanken wider mich konnte ich jedoch kaum im Zaum halten. An manchen Tagen gelingt mir das schon ganz gut, doch es ist sicherlich noch ein weiter Weg und gerade in den letzten Tagen fühle ich mich wieder ganz furchtbar hässlich, nicht liebenswert und auch ein bisschen faul. Ich weiß aber, dass dies nur ein momentaner Gefühlszustand ist, der vorbeigehen wird. Da mir positive Affirmationen und Gedanken noch immer schwer fallen, habe ich beschlossen, etwas kleiner anzufangen und zunächst darauf zu achten, mich in solche Gedanken nicht hineinzusteigern, sondern sie einfach anzunehmen und vorbeiziehen zu lassen. Das funktioniert sehr gut und so beschäftigen mich diese Dinge zum Glück nur noch wenige Momente meines Tages.
Meine Katastrophenszenarien konnte ich tatsächlich einschränken, indem ich mir zunächst das Schlimmste vorstellte, was passieren könnte, danach das Beste und zum Schluss das Realistischste. Meist war die realistischste Vorstellung dann eine, die eher zum positiven neigte – und sie wurde eigentlich immer erfüllt. Das ist eine gute Erfahrung, die mir sicherlich weiterhilft.
Auch lasse ich mich inzwischen nicht mehr so oft dazu hinreißen, gedankenlos irgendetwas negatives über andere (fremde) Personen zu sagen oder zu denken. Ich muss allerdings zugeben, dass das auch vor der Fastenzeit mein kleinstes Problem war. Eher verfalle ich manchmal ins Gegenteil, indem ich versuche, das Verhalten von Personen stets und ständig (wohlwollend) zu erklären.
Insgesamt hat mir die Fastenzeit gut gefallen und ich muss sagen, dass ich mich leichter auf eingefahrene Verhaltensmuster aufmerksam machen konnte, als ich gedacht hätte!

Karmis Resümee findet ihr übrigens an dieser Stelle.

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  • Karmindra 21. April 2014 at 8:04

    Huhu 🙂
    Das ist ja ne super Idee sich erst das schlimmste, dann das realistischste und schlussendlich das Beste vorzustellen! Denke das werde ich auch mal ausprobieren.

    Schön das dir die Fastenzeit auch gut getan hat, ich freu mich sehr das du mitgemacht hast!

    Liebe Grüße,
    Karmi

  • Paula lives, laughs and loves 21. April 2014 at 16:55

    klingt toll und erprobenswert !
    ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
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