Ein Rückblick II | 2015

30. Dezember 2015

Glück

Nichts mehr,
was dich treibt,
nichts mehr,
was dich hält.
Auf den Hügel hinauf
und so lange
nach Innen singen,
bis die Stimme
dich aufhebt
und mitnimmt.

[Peter Härtling]
Dieses Gedicht  steht am Anfang meines Kalender für 2015. Wie auch schon im letzten Jahr möchte ich mir die Zeit nehmen, die Seiten, die ich mit Gedanken, Ereignissen und To-Do-Listen gefüllt habe, noch einmal durchzublättern um zu schauen, was so geschehen ist in diesem für mich sehr spannendem Jahr.
Januar, Februar, März
Silvester feiern wir in diesem Jahr mit Freunden bei uns. Es gibt chinesisches Essen, dazu Feuerzangenbowle (natürlich schauen wir auch den passenden Film) und wir sitzen gemütlich und entspannt zusammen. Nur drei Tage später geht es dann für eine Woche nach Dänemark. Dort ist es schön kalt, ich bin jeden Tag am Strand und freue mich über die Sonne, die mir ins Gesicht scheint, während die Meeresbrise mir entgegenpustet. Abends prasselt ein Kaminfeuer, wir spielen Karten, lesen, fahren Kerzen ziehen und entspannen alle zusammen. Ich kann es kaum glauben, als wir schon wieder zusammenpacken müssen, um unsere Heimreise anzutreten. Leider erfahre ich, dass meine Stelle an der Arbeit sehr… spontan eingekürzt wurde und so muss ich ganz schnell etwas neues finden! Den Job, den ich im Februar antrete, habe ich eigentlich aus der Not heraus angenommen. Trotzdem macht er mir Spaß (neben dem ganzen Stress) und ich lerne neue tolle Menschen kennen. Mein erstes Master-Semester beende ich mit gemischten Gefühlen. Zwar macht es mir Spaß, gleichzeitig ist der Unterschied zu meiner alten Uni aber immer spürbar und ich brauche einige Zeit, um mich einzufinden.
Wunderbar ist es, als ich meine liebste Brieffreundin kennenlerne, die mir über Facebook schreibt. Dass man auf diese Weise eine wirklich eine tolle Freundin finden kann, hätte ich nie geglaubt!
April, Mai, Juni
Über Ostern haben der Liebste und ich Besuch von unserem liebsten Studienfreund. Am Ostermontag gibt es einen Osterbrunch mit Freunden und wir haben eine tolle Zeit. Kurz danach schaffen die liebste Brieffreundin und ich es, uns gemeinsam mit unseren Männern zu treffen. Ich bin so aufgeregt und habe schrecklich Angst, dass wir uns in echt vielleicht gar nicht mögen könnten. Natürlich – zum Glück – ist das nicht der Fall; wir verbringen eine tolle Zeit zusammen und auch unsere Briefe reißen nicht ab. Der Liebste und ich beschließen, nach nun fast zwei Jahren der Verlobungszeit, doch endlich zu heiraten. Spontan suchen wir einen Termin und heiraten dann an einem traumhaften Ort bei gutem Wetter und im ganz kleinen Kreis. Das Wochenende danach verbringen wir in einer ehemaligen Schäferhütte. Wir lassen es uns richtig gut gehen und auch, wenn sich eigentlich nichts ändert, ist es doch plötzlich irgendwie anders. Ich fühle mich nun noch einmal auf eine ganz andere Weise verbunden.
Juli, August, September
Im Juli feiere ich meinen Geburtstag und meine längste Studienfreundin kommt endlich einmal zu Besuch. Ich freue mich total darüber; und noch mehr als ich merke, dass wir uns nach wie vor ganz wunderbar verstehen. Solche Freundschaften werden mir immer wichtiger, während ich Freundschaften, die immer loser und oberflächlicher geworden sind, nicht mehr brauche. In meinem Leben ist so viel los, lieber habe ich eine Hand voll Menschen, auf die ich mich immer verlassen kann als Freunde aus meiner Vergangenheit, mit denen mich (leider) nicht mehr viel verbindet. Dieser Schritt ist wirklich schwer für mich, aber ich spüre, dass es mir danach besser geht. Der Sommer besteht gefühlt hauptsächlich aus Radtouren, Ausflügen, Nachmittagen am Badesee und viel Kultur (Theater, Konzerte, …). Ich kann richtig entspannen und bin unglaublich froh, als sich Ende August eine neue Jobchance ergibt, die der Liebste und ich dann sogar gemeinsam ergreifen können. Zwar muss mein Studium dafür zurückstecken, aber finanzielle Unabhängigkeit, endlich mal (weitgehende) Sorglosigkeit und planbare Wochenabläufe sind mir wichtiger.
Oktober, November, Dezember
Der Oktober beginnt für mich in Wien, sozusagen mitten in der Hochzeitsreise. Dort ist es einfach fabelhaft, das Wetter, die Stadt, die Menschen, … Es ist so schön, dem Mann an meiner Seite Orte zu zeigen, die ich schon kenne und gemeinsam neues zu entdecken. Die Arbeit geht mir leicht von der Hand und es macht Spaß, Menschen endlich einmal wirklich helfen zu können. Erleichtert bin ich, als der Vertrag dann auch noch unerwartet verlängert wird. Nun kann Weihnachten kommen. Plätzchen, ein Weihnachtsbaum, Geheimniskärmerei und Geschenke, Musik und altgeliebte Bücher… Ich liebe diese Zeit! Außerdem besitze ich (gemeinsam mit dem Liebsten) fast schon plötzlich ein Auto, welches vieles erleichtert und uns ganz neue Möglichkeiten für spontane Erkundungstouren bietet. Fast schon traditionell gibt es am zweiten Weihnachtsfeiertag dann das Weihnachtsessen mit Freunden bei uns. Wir sitzen lange, lange zusammen und auch unser Studienfreund schafft es, dabei zu sein.
Viele Dinge habe ich ausgespart oder ausgelassen, aber auch so wirkt das Jahr auf mich sehr ereignisreich. Vieles ist passiert, auch in mir. Ich muss nicht mehr krampfhaft an alten Dingen festhalten, ich habe gelernt, loszulassen. In manchem kann ich gelassener sein und ich habe wieder einmal gemerkt, was mir wichtig ist.
Gespannt bin ich auf das, was nun vor mir liegt.

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