Erinnerungen, Teil 2

4. Juli 2016

Einmal in der Woche teile ich, immer zu einer bestimmten Frage, eine oder auch mal mehrere Erinnerungen, die dann auch in der gleichnamigen Kategorie zu finden sind.
Wer mitmachen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.
Da ich heute passenderweise Geburtstag habe, beantworte ich die aktuelle Frage nur zu gern!

Denk an deinen Geburtstag, und zwar an einen, den du besonders schön fandest. Was bekamst du geschenkt? Wer war da? Wie sah der Geburtstagstisch aus? Und wie dein Kuchen?

Hmm, also eigentlich gab es bisher wirklich keinen Geburtstag, den ich nicht im Nachhinein unglaublich schön gefunden hätte.
Da war zum Beispiel mein 6. Geburtstag, den ich mit meiner Familie in Schweden verbrachte – meine Mama schleppte tatsächlich ein komplettes Playmobil-Haus mit und baute es zum Geburtstagsmorgen auf. Ich war sooo glücklich! Dann jedoch wollten mein Cousin und ich es woanders hinstellen, griffen also jeder an einer Seite zu – und das Haus fiel, da es ja ein Stecksystem ist, auseinander. Trotzdem war ich richtig glücklich und habe wohl den ganzen restlichen Urlaub damit gespielt.
Dann gab es den Geburtstag, den wir im Schrebergarten meiner Großeltern verbrachten und wo wir eigentlich den ganzen Tag im Planschbecken waren. Oder jenen, an dem mein Patenonkel mir meinen ersten Kinobesuch schenkte. Gemeinsam mit ihm und meinem Cousin schauten wir „Das Dschungelbuch“, und abends grillte dann die ganze Familie gemeinsam.
Oder meinen 18. Geburtstag, an dem ich von meinem damaligen Freund und meinen vier besten Freundinnen an einen See in der Nähe ‚entführt‘ wurde. Wir badeten, grillten und machten ein tolles Lagerfeuer.
Hach, Geburtstaghaben ist toll und ich kann es auch heute noch kaum erwarten, endlich aufzuwachen und in die Küche zu laufen. Kerzen, Blumen, Kuchen und ein paar liebevoll ausgesuchte Geschenke von denen, die ich liebe – gibt es was schöneres?
Okay, ja – zumindest für mich. Weihnachten finde ich noch schöner, weil ich da nicht im Mittelpunkt stehe, sondern anderen etwas schenken kann. Ich glaube, ich halte es da eher wie Pippi Langstrumpf:

„Liebe Kinder, ihr sollt ja auch eure Geburtstagsgeschenke haben“, sagte sie.
„Ja, aber – wir haben doch gar nicht Geburtstag“, sagten Thommy und Annika.
Pippi sah sie erstaunt an.
„Nein, aber ich hab Geburtstag, und da kann ich euch ja wohl auch etwas schenken!“

Gut, wenn ich mir aber einen Geburtstag aussuchen sollte, dann wäre es wohl mein 9. Geburtstag, der letzte, den ich in der Grundschule feierte. Fast die ganze Klasse war eingeladen! Es gab meine beiden liebsten Kuchen: Erdbeerkuchen (auf Biskuit) und Käsekuchen. Außerdem auch noch einen Gugelhupf mit Schokostreuseln und dazu Orangensprudel. Im Wohnzimmer stand unser großer Esstisch, komplett ausgezogen und festlich gedeckt. Ich saß vor Kopf und hinter mir war unser Sideboard, auf dem meine Geschenke aufgebaut waren.
Meine Mama hatte eine wunderschöne Überraschungskiste für mich gemacht. Ich weiß gar nicht mehr so wirklich, was darin war, aber die Kiste selbst werde ich nie vergessen. Sie war aus Holz und in einem wunderschönen graublau bemalt. Oben auf dem Deckel waren drei Figuren befestigt. Außerdem bekam ich auch noch eine kleinere, dreieckige Kiste, die oben durchsichtig war. In ihr bewahrte ich später den ein oder anderen kleinen Schatz auf und ich besitze sie heute noch.
Von meinen Gästen bekam ich viele tolle Geschenke, unter anderem die CD’s zu den Musicals von „Die Schöne und das Biest“ und „Das Phantom der Oper“. Monatelang hörte ich diese Lieder rauf und runter, bis ich sie irgendwann auswendig konnte. Außerdem hatte ich zu dieser Zeit ein Faible für Polly Pocket und bekam passend dazu das „Powhatan Home“ aus der Pocahontas-Collection geschenkt. Definitiv auch eins meiner liebsten Geschenke.
Nachdem wir in unserer Wohnung Kuchen gegessen hatten, verbrachten wir einige Zeit in meinem Zimmer und spielten dann verstecken. Irgendwann ging es dann nach unten, denn unsere Vermieter hatten einen ziemlich großen Keller und einen leeren Raum, den ich in einen „Partykeller“ hatte verwandeln dürfen. Auf dem Boden lagen Matratzen und Decken, mein CD-Player stand da und wir konnten Musik hören, tanzen und uns unterhalten. Außerdem spielten wir „Mord im Dunkeln“ und „Teekesselchen“, worin ich aber leider gar nicht gut war (das weiß ich noch heute!). Zu Essen gab es abends Gemüsesticks, Brot, Dips, Salat und ich glaube, auch Bratwürstchen.
Ich hatte definitiv einen richtig tollen Tag und trug noch dazu ein Kleid, das ich sooo schön fand! Es ging mir fast bis zu den Knöcheln, war oben dunkelblau (aus so einem festen Rippstoff) und hatte einen langen, weiten Rock, der weiß/blau kariert war. Außerdem war es komplett durchgeknöpft, mit Holzknöpfen.

Natürlich bin ich schon gespannt, wie mein heutiger Geburtstag wohl wird und was mir davon in Erinnerung bleibt, wenn ich (noch) älter geworden bin.

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