Erinnerungen, Teil 6

15. August 2016

(Fast immer) Einmal in der Woche teile ich, immer zu einer bestimmten Frage, eine oder auch mal mehrere Erinnerungen, die dann auch in der gleichnamigen Kategorie zu finden sind. In der letzten Woche wurde die Reihe unterbrochen, weil ich es nicht geschafft habe. Heute soll es aber weitergehen.

Welches Foto von dir selbst aus deiner Kindheit magst du? Selbst wenn du es gerade nicht zur Hand hast, versuche, es zu beschreiben.

Es gibt da dieses eine Foto von mir, das ich richtig gern mag. Es zeigt mich bei meiner Einschulung; meine damalige Klassenlehrerin hat es mir in den ersten (Herbst-)Ferien geschickt (so wie jede_m in meiner Klasse).
Schon fast ein Jahr, bevor ich in die Schule kam, erzählte ich jedem davon. Dabei stand zu diesem Zeitpunkt bei weitem noch nicht fest, ob ich wirklich in die Schule kommen würde – ich hatte im Juli Geburtstag, war also ein sogenanntes Kann-Kind und musste erst einmal die schulpsychologische Untersuchung bestehen. Das tat ich natürlich souverän (es war ja auch mein größter Wunsch, endlich in die Schule zu dürfen) und so kam er schließlich: Mein Einschulungstag!
Ich hatte den Amigo-Ranzen mit den Bärchen darauf, dazu passend auch die Schultüte. An meinem Ranzen war ein blauer Luftballon; den hatte ich ein paar Wochen zuvor von meiner zukünftigen Klassenlehrerin geschickt bekommen, damit ich gleich wüsste, wer noch in meine Klasse (die 1b) käme und damit wir uns in der Sporthalle alle finden würden.
An diesem Morgen bekam ich einen wunderschönen Ring, silber mit rotem Steinchen. Ich habe ihn noch heute und er passt mir sogar noch am kleinen Finger. Außerdem trug ich ein dunkelblaues Kleid mit weißen Punkten und Kragen, Lackschuhe und eine dunkelrote Strickjacke, die am Saum mit kleinen schwarzen Hunden bestickt war. Ich fühlte mich so groß und so gut!
Das Bild wurde dann gegenüber des Schulgebäudes aufgenommen, dort, wo später das Klettergerüst stehen würde.
Ich liebte meine Schule, meine Klassenkamerad_innen, meine Lehrer_innen und überhaupt alles.
Ich weiß noch, dass ich mich sehr über die Karte mit dem Foto freute, besonders weil darauf stand, dass ich schon sehr gut lesen und schreiben könne.
Deutsch und Kunst waren meine Lieblingsfächer, was auch sehr lange so blieb. Und schon am ersten Schultag lernte ich meine künftige beste Freundin kennen: Sie war die Einzige, die den gleichen Ranzen wie ich hatte und aus diesem Grund fragte sie mich, ob sie neben mir sitzen dürfe. Dreizehn Jahre lang saßen wir fast immer nebeneinander, teilten so schöne, langweilige, doofe und tolle Schulstunden und -pausen miteinander.
All das verbinde ich mit diesem Foto und ich sehe es mir sehr gern an.

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