Denken

Konsumauszeit im November

1. November 2016

Wie schon im letzten Jahr, rufen Apfelmädchen und sadfsh auch in diesem Jahr zur Konsumauszeit im November auf.
Ich weiß noch, dass ich schon im letzten Jahr davon las und gern mitgemacht hätte – doch zu diesem Zeitpunkt war der Adventskalender für den Liebsten nicht einmal ansatzweise fertig und noch dazu wollte ich gern auch schon den Großteil der Weihnachtsgeschenke im November besorgen…
Nachdem ich heute dann aber auch bei Ramona von Jademond, Mama denkt und Romy von Zu den Wurzeln davon las, ließ mich dieses Thema nicht wirklich los und ich beschloss, es für mich ein wenig abzuwandeln.

Worum geht es?

Svenja schreibt in ihrem Beitrag zur Konsumauszeit:

Wir alle konsumieren, weil wir Bedürfnisse haben – daran ist nicht zu rütteln. Wir brauchen Lebensmittel, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, wollen etwas erleben und Teil unserer Gemeinschaft sein. Über die Ausgestaltung – sprich die Befriedigung solcher Bedürfnisse – müssen wir jedoch dringend verhandeln: Wie kann dieser Konsum anders gehen – vielleicht ohne Geld, sicher ohne Ausbeutung, dringend ohne weitere Zerstörung. Oder um es positiv auszudrücken: Als Austausch auf Augenhöhe. Mit anhaltender Wertschöpfung bzw. -schätzung für Menschen, Tiere und unsere Ressourcen. Mit einem Blick für Gerechtigkeit. Mit Maß und Verzicht. Mit einem besseren Verständnis für Zusammenhänge und das große Ganze.

Diese Frage nach Alternativen finde ich wirklich gut und sie beschäftigt auch mich immer wieder. Letztendlich geht es schließlich nicht darum, einen Monat nichts oder möglichst wenig zu konsumieren, um danach genau so weiterzumachen wie das ganze Jahr zuvor.
Ich hoffe da auf jeden Fall auf Anregungen durch die anderen Teilnehmer_innen und bin gespannt, wie jede_r einzelne die Auszeit umsetzen wird.

Umzug und Vorvorweihnachtszeit

Am letzten Novemberwochenende ziehen der Liebste und ich in unser neues Haus und auch, wenn wir vieles mitnehmen, gibt es doch einiges, das neu angeschafft werden muss oder möchte. Den Großteil haben wir bereits, eine Küche fehlt uns aber beispielsweise noch.
Das heißt für mich, dass ich alles, was den Umzug betrifft, von dieser Konsumauszeit ausklammern möchte – zumindest alles, was wichtig ist. Natürlich ist es für mich keine Frage, dass ich noch Umzugskartons besorge, wenn sie uns ausgehen.
Deko oder Schnickschnack brauchen wir allerdings wirklich nicht mehr, das weiß ich. Den Adventskalender für den Liebsten möchte ich, wenn ich es schaffe, gern noch fertigstellen (da fehlen z.B. noch Trockenobst und Nüsse und natürlich auch ein paar Süßigkeiten), aber da habe ich auf jeden Fall den Wunsch, mich nach Alternativen umzusehen (bzw. habe das auch schon getan): Was kann ich selbst machen, welche Idee habe ich beispielsweise für Gutscheine? Wie können wir die Zeit im Advent gemeinsam verbringen und wie setze ich so etwas im Adventskalender um?
Für mich selbst brauche ich im November nichts. Es gibt natürlich den ein oder anderen Wunsch, den ich mir gern erfüllen wollte – doch das kann auch bis nach der Konsumauszeit warten und vielleicht erlischt der Wunsch bis dahin auch wieder.
Schon seit längerer Zeit versuche ich, mir Wünsche nicht immer gleich zu erfüllen, sondern erst einmal zu schauen, ob es nur um einen Impulskauf geht, oder ob ich besagtes Ding „wirklich“ brauche. (Das „wirklich“ steht in Anführungsstrichen, denn ich weiß selbst, dass ich z.B. schon zwei Paar Winterstiefel habe – ein drittes ist also nicht unbedingt nötig…)
In meinem Kopf passiert zu diesem Thema gerade ganz viel, das ich hier auf jeden Fall festhalten möchte. Ich habe also beschlossen, die Konsumauszeit für mich zu nutzen – das heißt, der Umzug und der Adventskalender sind ausgenommen.
Ich möchte schauen: Was für Dinge würde ich gern kaufen und warum? Habe ich so etwas ähnliches nicht doch schon? Welches Bedürfnis soll ein neues Ding befriedigen? Ich bin gespannt, was dabei so herumkommt.
Beim Thema Lebensmittel schlagen der Liebste und ich uns schon ganz wacker, was sicherlich auch mit dem Sparkurs durch den nahenden Umzug zu tun hat. Wir schmeißen fast nichts mehr weg (und bemühen uns, dass daraus bald ein „gar nichts mehr“ wird), planen die Woche – zumindest was die Hauptmahlzeiten angeht – sehr gut durch und brauchen nach und nach alles auf, was sich so in unserem Gefrierschrank befindet. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass der Kühl- und Gefrierschrank bald abgetaut werden muss und die Lebensmittel so im Müll landen würden, wenn wir sie nicht essen. Das möchte ich nicht!

Meine Regeln

Ich passe die Vorgaben oder Ideen von Svenja etwas an, sodass sie für mich (und uns) im Alltag passen. Das bedeutet dann ganz konkret:

  • 30 Tage lang nichts neues für mich kaufen. Keine Kleidung, kein Schnickeldi, keine Bücher, kein Oh-guck-mal-es-ist-reduziert.
  • Ausgenommen sind: Lebensmittel, Drogerie-/Haushaltsartikel (nur wenn vorheriges Produkt aufgebraucht ist) – ich nehme zusätzlich noch alles, was wichtig für den Umzug ist, sowie den Adventskalender des Liebsten mit aus.
  • Wenn etwas Wichtiges kaputt geht: erst reparieren, ansonsten ersetzen (wenn möglich gebraucht)
  • Leihen und Tauschen sind nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!
  • Ein wichtiger Punkt ist für mich auch das Aufbrauchen. Ich möchte es schaffen, dass wir möglichst keine Lebensmittel durch unseren Umzug wegwerfen müssen, aber gleichzeitig vorher noch einiges Aufbrauchen. Mal sehen, wie mir das gelingen wird.
  • Außerdem würde ich gern jede Woche davon berichten, wie es mir gelingt und ein kleines Fazit schreiben. Ich hoffe, dass die Zeit das zulässt.

Mit diesem Eintrag schaue ich mich nun mal um, wer noch so mitmacht. Ich biin sehr gespannt auf den November!

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