Umzug und Minimalismus

9. November 2016

Tja – passen diese beiden denn nun eigentlich für mich zusammen, oder nicht?
Als ich meinen ersten Beitrag für die Konsumauszeit im November schrieb, war ich der festen Überzeugung, dass Umzug und Minimalismus für mich nicht zusammenpassen. Es mag Menschen geben, die jetzt den Kopf schütteln, aber wenn ich so darüber nachdenke, was wir bisher alles gekauft haben (und seien es nur wikrlich notwendige Dinge wie Umzugskartons, Packpapier, Farbe oder andere Utensilien),  dann komme ich schon ins Grübeln.
Andererseits haben wir aber natürlich nicht nur gekauft, sondern auch ganz viel ausgemistet und so kann ich die Frage, ob Umzug und Minimalismus zusammengehören, wohl nur mit einem Jein beantworten.

Ausmisten, entrümpeln, weggeben

Wer mich kennt weiß, dass ich es liebe, auszumisten. Dabei geht es glücklicherweise oft erst einmal nicht darum, Platz für Neues zu schaffen, sondern mich viel mehr von Dingen zu trennen, die ich nicht mehr nutze oder eigentlich nie genutzt habe.
Der Liebste bekommt schon Schweißausbrüche, wenn ich ihn sonntags mit funkelnden Augen am Frühstückstisch anschaue und Sätze sage wie „Heute nehme ich mir mal das Wohnzimmer vor!“
Mit jedem Teil, das ich aussortiere, fühle ich mich befreiter. Es ist meiner Meinung nach wirklich so, wie es in vielen Bücher und Blogeinträgen steht: Viel Kram kostet nicht nur Platz, sondern auch Zeit. Ich muss Dinge sortieren, sauberhalten und mich (so wie wir jetzt) zum Beispiel bei einem Umzug darum kümmern.
Dadurch, dass ich mir mehrmals im Jahr den ein oder anderen Raum vornehme, sammelt sich bei uns nie so viel an – dachte ich zumindest bisher.
Als es jedoch um unser neues Haus ging merkte ich, dass wir noch immer viel zu viel Kram horten.

Mehr Raum, weniger Platz

Unser neues Haus hat mehr Platz als unsere Wohnung, zumindest an Grundfläche. Es ist aber nicht nur so, dass Küche, Schlafzimmer und Bad kleiner sind, hinzu kommt auch, dass das Wohnzimmer sich (mit dem Büroteil) über die komplette Südseite des Hauses erstreckt. Das ist natürlich unglaublich toll, weil es einfach sehr hell und offen ist, was ich wirklich gern mag.
So stellt sich allerdings auch die Frage danach, wo wir unseren Kram verstauen werden. Ich bin niemand, der überall Schränke aufstelle, vielmehr liebe ich offene, fast schon leere Flächen. Zwar haben wir im Keller eine extra Abstellkammer, doch da sollen künftig vor allem Lebensmittel und Hygieneprodukte sowie Putzmittel lagern. Der Dachboden ist riesig, allerdings habe ich überhaupt keine Lust darauf, ihn bis obehin mit Sachen vollzustellen, die wir nicht oder kaum nutzen. Was also tun?

Weg damit

Um nicht jedes Stück dreimal in die Hand nehmen zu müssen (einpacken, auspacken, doch weggeben) beschlossen der Liebste und ich, von vornherein auszumisten. Genug Zeit hatten und haben wir dafür, es bietet sich also an, genau zu überlegen, was mitkommt und was gar nicht erst verpackt wird.
Dabei fiel es uns beiden sehr leicht, Möbel auszumisten. Durch die neue, andere Raumaufteilung und den Fakt, dass wir unsere alte Küche nicht mitnehmen (können), konnten wir uns schnell von einigen großen Dingen trennen. Bei kleineren Sachen war das nicht so einfach.
Bei mir ist es so, dass ich wirklich in der Stimmung sein muss, um gut ausmisten zu könnten. Das passiert mir besonders dann, wenn ich eigentlich nur mal schnell etwas wegräumen will und dann grundsätzlich darüber nachdenke, ob ich es überhaupt noch besitzen möchte.
Das ist aber natürlich nicht immer der Fall und schon gar nicht über einen Zeitraum von drei Monaten, die wir ja bis zum Umzug Zeit hatten (inzwischen ist es noch ein Monat). Ich bemühte mich also, mich immer wieder zu motivieren und gönnte mir genügend Pausentage, um die Lust nicht zu verlieren.
Am letzten Samstag war es dann soweit: Unser Kellerraum musste entrümpelt werden… Darauf hatte ich bisher noch nie wirklich Lust und dementsprechend sah es dort auch aus.
Natürlich gab es schon ein paar Sachen von denen wir bereits wussten, dass sie auf den Sperrmüll müssen, doch wie viel anderes Zeug da noch wartet (Kleidung, Geschirr, DVDs, Altglas, Deko, …), war mir nicht bewusst. Trotzdem kämpften wir uns tapfer durch und schafften es sogar nocht, die Sachen dann auch sonntags gleich zu entsorgen bzw. „Zu verschenken“-Kisten zu packen und rauszustellen.
Nun müssen wir nur noch Sperrmüll bestellen und die restlichen Sachen aus dem Keller, die mit uns umziehen dürfen, verpacken.

Her mit dem Neuen

Natürlich haben wir aber nicht nur entrümpelt, sondern auch gleißig neu gekauft; fast ein bisschen zu fleißig, obwohl ich mich natürlich über jedes Stück sehr freue (und das wohl nochmal tun werde, wenn wir es dann auspacken). Wie schon geschrieben, ist das Haus ganz anders aufgeteilt und besonders in der Küche mussten wir genau schauen, was wohin kommt. Dass uns das gelungen ist, freut mich enorm und auch die Tatsache, dass wir einige Dinge in meinem Liebsten Gebrauchtmöbelmarkt und bei eBay Kleinanzeigen erstehen konnten. So haben wir nun ein wundervolles neues altes Bett aus den 30er Jahren, welches ich aufgearbeitet habe, außerdem einen Schrank fürs Wohnzimmer und eine Kommode für den Büroteil. Ich kann es kaum erwarten, die Möbel an ihren Plätzen zu sehen.
Verkauft haben wir eigentlich alles über eBay Kleinanzeigen. Das geht, wie ich finde, sehr unkompliziert und meist auch recht schnell. Die meisten unserer Sachen wurden innerhalb von einer Woche abgeholt.

Ich bin natürlich gespannt, ob wir dann alles behalten werden, was wir Anfang Dezember aus den Kisten holen. Mit dem Packen haben wir ja bereits Anfang September begonnen und es ist gut möglich, dass nicht alles, was mit uns umzieht, auch bei uns bleibt. Insgesamt ist es aber schon um einiges weniger Zeug und ich hoffe, dass uns das dann im Umkehrschluss auch Zeit erspart, wenn es ans Auspacken geht.

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