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Gedanken

Herbsttag

Frühherbst ist es geworden – für mich zumindest. Andere mögen es Spätsommer nennen.
Ich freue mich auf die reifen Äpfel, darauf, vielleicht noch einmal Brombeeren zu ernten. Ich freue mich auf all die Marmeladen, die ich im Sommer gekocht habe, auf Wollsocken, Nebel auf den Feldern gegenüber. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie sich die Blätter färben, wie sich alles verändert. Ich mag das Gluckern der Heizung und morgens mit kalten Füßen noch einmal ins Bett schlüpfen; nur noch fünf Minuten. Die Sonne steht bereits tiefer und in den letzten Nächten war es angenehm kühl, sodass ich mich richtig in die Decke kuscheln mochte.
Im Herbst beginnt mein neuer Job, mit dem Mann geht es nach Wien zur verspäteten Hochzeitsreise. Einiges steht noch an, viel ist schon geschehen.
Und abends, da riecht es nicht mehr nach Sommer, es riecht nach Herbst. Ein ganz kleines bisschen.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

R. M. Rilke
 

Liebe Mama,

zwar sage ich dir so oft es geht, wofür ich dir dankbar bin und so einen ‚besonderen‘ Tag brauchen wir eigentlich nicht – aber andererseits eignet er sich auch wunderbar dazu, dir wieder einmal zu schreiben.
Danke dafür, dass genau du meine Mama bist.
Danke für all meine Lieblingsgerichte, die du mir gekocht hast. Danke dafür, dass du bei meinen Umzügen mitgeholfen hast und in Berlin noch am Abend vor dem Einzug das Bad geschrubbt hast, damit ich nach dem anstrengenden Umzug baden konnte. Danke dafür, dass meine Freundinnen und ich immer in der Küche sitzen konnten, ohne dass du dich eingemischt hast. Danke, dass ich dein Auto und deinen Trockner nutzen darf, danke für all die Einladungen auf deinen Balkon, um mit dir gemeinsam Waffeln zu essen. Danke dafür, dass du meinen Liebsten so sehr liebhast und meinen Ex-Freunden nie das Gefühl gabst, dass du sie nicht mochtest. Danke für die gemeinsamen Urlaube, in denen wir so viel Zeit füreinander hatten. Danke für all die Gespräche mit Herbert und das Kaffeetrinken mit Wilma. Danke für deine Umarmungen, für’s Vorlesen und Gesundpflegen. Danke für deine Gutenachtlieder und die morgende in Gesellschaft. Danke dafür, dass du mich immer unterstützt, mir hilfst, mich aber auch einfach machen lässt. Danke, dass du mir vertraust.
Du hast mir beigebracht, dass es sich lohnt, für sich selbst zu kämpfen und für das, was einem wichtig ist. Du hast meinen Bruder und mich immer verteidigt und an uns geglaubt. Du hast uns nie heimlich kontrolliert. Du warst diejenige, die mir in meinen Jahren als Gothic die Haare schwarz färbtest und dann dabei warst, als ich mir einen Pixiecut schneiden ließ. Du hast mir immer den Freiraum gegeben, den ich brauchte. Du hast mir die Liebe zu Büchern gezeigt und dass man mehr als eine Sache mögen kann. Mit dir kann ich nächtelang diskutieren und mich am nächsten bei irgendwelchem Schund im Fernsehen kaputtlachen. Wir können gemeinsam dasitzen und schweigend lesen, oder ununterbrochen lesen. Du erzählst mir immer wieder alte Geschichten von meiner Oma oder dir und es wird nie langweilig. Du zeigst mir unsere Familiengeschichte. Du gehst deinen Weg und stehst dafür gerade, wenn es mal nicht rund läuft. Ich könnte dich immer anrufen – sofort wärst du da.
In vielen Dingen ähneln wir uns, in manchen sind wir ganz unterschiedlich. Vieles möchte ich von dir noch lernen und ganz viel bewundere ich an dir…
Dass du so ehrlich bist – aber nie verletzend. Dass du weißt, wann du schweigen kannst und wann du reden musst. Dass du Menschen so wunderbar einschätzen kannst und dir nichts vormachen lässt. Dass du Dinge nicht so nah an dich heranlässt, dass sie dich verletzen. Dass du mich immer liebhast, egal was ich auch tue. Dass du mich so annimmst wie ich bin – als eigenständigen Menschen und nicht Verlängerung von dir. Dass du mir Mut machst, meinen Weg zu gehen. Dass du mir sagen kannst, wenn du stolz bist auf mich; aber auch, wenn du weißt, dass ich etwas besser könnte. Dass du mich anfeuerst, mich motivierst und auch tröstest, wenn etwas mal nicht klappt. Dass du so realistisch bist und trotzdem ganz viel planen und träumen kannst. Dass du an dich glaubst, auch wenn irgendwelche Menschen dir etwas anderes einreden wollen. Dass du für deine Freunde und Familie alles tun würdest.
Ich hab‘ dich lieb, meine Mama!

Der Vermieter

Im allgemeinen liebe ich unsere Wohnung. Sie ist groß und hell, hat eine wunderbare Zimmeraufteilung, eine große Wohnküche und eine Badewanne. Das Schlafzimmer geht zum Garten raus, ist schön ruhig und auch im Sommer nicht zu warm. Das ist nur eine Sache…
Unser Vermieter. Ich habe ja immer mal wieder über ihn berichtet, er ist ziemlich verplant, macht sich um wenige Dinge wirklich Gedanken und lebt so in den Tag hinein. Das kann er natürlich alles machen, es ist schließlich sein Leben. Aber er ist eben auch so, wenn es um das Haus, wenn es um unsere Wohnung geht.
Für mich ist diese Badezimmer-Geschichte inzwischen so verworren und durcheinander aber ich versuche mal, es ganz simpel herunterzubrechen. In der Hoffnung, dass ich dann erst einmal wieder mit dem Thema abschließen kann.
Im September 2014 kamen Bauarbeiter. Der Vermieter baut gerade das Dach zu einer Wohnung aus und dafür müssen natürlich auch Wasser- und Gasleitungen verlegt wurden.
Also machte man in unser Badezimmer zwei Löcher. Eines in die Decke, nach oben ins Dachgeschoss. Eines in den Boden, nach unten zum Vermieter und von dort aus in den Keller. Danach geschah sehr lange nichts.
Im Dezember 2014 sollten wir über Weihnachten Besuch bekommen. Dieser Besuch wollte nicht gerne den Vermieterkindern beim spielen (und hochrufen – ja, das haben sie gerne getan) zuhören, während er auf der Toielette saß. Wir setzten also dem Vermieter eine Frist und bis zum 21. 12. waren beide Löcher zu und die Bauarbeiten in unserer Wohnung abgeschlossen.
Oben und unten ging es schleppend voran, mal war jemand da und das Wasser wurde (unangekündigt) für vier Stunden abgestellt. Mal geschah mehrere Wochen überhaupt nichts.
Wir waren leidlich zufrieden denn unser Badezimmer war inzwischen schöner als vorher und wir hatten weitestgehend unsere Ruhe.
Soweit so gut. Nun gibt es aber noch einen zweiten Handlungsstrang in dieser Geschichte.
In unserem Badezimmer hatten wir einen eigenen Gaszähler und einen Boiler für unser Warmwasser. Beides wurde ausgebaut. Der Stromzähler blieb wie gehabt im Keller und für Warmwasser und Heizung sollten wir einen Wärmezähler bekommen.
Am 4. Dezember 2014 wurde unser Gaszähler ausgebaut. Alles kein Problem, so sagte man uns. Der Zähler werde nun zu den Städtischen Werken gebracht, dann bekämen wir Bescheid über die Abmeldung und in der Zwischenzeit würde der neue Wärmezähler eingebaut. So müssten wir künftig nur noch den Strom selbst an die Städtischen Werke zahlen, das Gas würde über die Nebenkostenabrechnung abgerechnet.
Heute haben wir den 18. April 2015. Bisher wurde weder der alte Gaszähler abgemeldet, noch ein Wärmezähler eingebaut. Der Vermieter hat also den gesamten Winter hindurch für uns die Heizkosten gezahlt. Bisher hat ihn das wohl nicht gekratzt, doch heute fielen dann so (Halb-)Sätze wie „die Gaskosten aufteilen“ und „sich schon einig werden„.
Und ganz ehrlich? Ich finde das einfach unfassbar. Wir haben unseren Vermieter insgesamt fünf Mal auf den Wärmezähler angesprochen (einmal in jedem Monat) und drei Mal selbst bei den Städtischen Werken angerufen.
(Dort versicherte man uns, dass wir wirklich nichts abmelden könnten, ja nicht einmal dürften. Wir sollten darauf warten, bis man den Gaszähler für uns abmelde. So lange sollten wir allerdings unseren Abschlag weiterzahlen.)
Ich kann verstehen, dass unser Vermieter sehr viel Geld ausgibt für den Ausbau und dass er nicht noch unser Gas mitzahlen möchte. Aber ganz ehrlich? Es macht mich wütend.
Denn ich habe mich um alles gekümmert, ganz oft erinnert und so viel wie möglich selbst übernommen.
Und wenn er seinen Hintern nicht hochkriegt, dann werde ich das nicht zu meinem Problem machen. Wenn er Geld möchte, muss er sich mit der Heizungsfirma auseinandersetzen, die einfach nicht fertig wird und seine Anweisungen nicht beachtet.
Es macht mir nur einfach ein schlechtes Gefühl, dass er mir nun das Gefühl vermittelt, ich wolle ihn über den Tisch ziehen. Weil das einfach nicht wahr ist.
Dass wir noch immer keine Abrechnung (ja nicht einmal eine Ablesung) für unsere Nebenkostenabrechnung für 2013 haben, passt da einfach nur dazu.

Momentan haben der Liebste und ich den Blick auf eine Wohnung geworfen, die vielleicht in diesem Jahr irgendwann frei wird. Mit einem ordentlichen Vermiter (den kenne ich nämlich schon), der weiß was er tut. Bei dem man regelmäßig eine Nebenkostenabrechnung erhält. Und dem nicht alles egal ist.

Bis dahin, so habe ich mir vorgenommen, werde ich mich stur stellen. Wenn unser Vermieter Geld haben möchte, dann soll er
1) uns zuerst einmal die Nebenkostenabrechnung für 2013 aufstellen. Im Anschluss die für 2014 und erst im nächsten Jahr die für 2015
2) mir nachweisen, wie hoch mein Gasverbrauch in der Zeit tatsächlich war. Falls er das nicht kann, ist es nicht mein Problem.
Ich werde jedenfalls keine Pauschale an ihn bezahlen, nur damit er zufrieden ist und Ruhe gibt.
Und zur Not werde ich mal zum Mieterschutzbund gehen und denen dort die Problematik erklären. Oder es zumindest versuchen…

Eltern II

Dass ich eine wunderbare und unglaublich bereichernde Brieffreundschaft führe, mag an der ein oder anderen Stelle schon einmal angeklungen sein. Da mich momentan vieles beschäftigt, was ich auch dort aufschreibe, habe ich beschlossen, zukünftig hin und wieder daraus zu zitieren und dies mit dem Label Briefe zu kennzeichnen. Namen und Orte werden (falls sie auftauchen) von mir gestrichen. Vielleicht passe ich auch das ein oder andere Mal den Inhalt etwas an, was Satzbau oder ähnliches angeht.

Mein Vater an und ich telefonierten ziemlich lange. Er ist ein Mensch, der nicht die offene Konfrontation sucht, sondern stattdessen stets nur Andeutungen macht, womit er für mich unangreifbar ist. Damit kann ich gar nicht gut umgehen, aber gestern ist es mir irgendwie gelungen: Ich habe ihn (und auch mich) dazu gebracht, dass wir endlich mal alles ausgesprochen haben, was die letzten zwei, drei Jahre in uns schwelte. Erst einmal hagelte es gegenseitige Vorwürfe und dann wollte er das Gespräch beenden. Ich bin aber (fast zu meinem eigenen Erstaunen) drangeblieben und habe ihn gefragt, ob er denn überhaupt Interesse hat, etwas für unsere Beziehung zu tun oder nicht. Und damit habe ich ihn wohl gekriegt. Wir haben uns beide entschuldigt, unsere Verhaltensweisen erklärt und uns darauf geeinigt „es nochmal zu versuchen“. Gestern war ich sehr erleichtert darüber, aber heute sehe ich das Ganze etwas ’neutraler‘: Ich werde ihm definitiv noch eine Chance geben und versuchen, auch von mir aus Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Wenn das allerdings nicht gelingen sollte und er sich wieder so verhält wie die letzten Jahre, möchte ich nichts mehr in diese Beziehung investieren. Das muss nicht einmal bedeuten, dass ich den Kontakt aktiv abbreche; aber ich will aufhören darauf zu hoffen, dass er sich ändert. Wenn er sich meldet ist es gut, wenn nicht dann ist das eben so. Damit bin ich bisher ja auch (fast erstaunlich) gut klargekommen. Es war sogar fast eine Erleichterung und dass ich nun weiß, dass wir uns ausgesprochen haben und es ’noch einmal versuchen‘ wollen, ist ein bisschen belastend für mich. Am Ende kann ja nur die Zeit zeigen, ob es etwas nützt – ich wüsste das aber gern jetzt schon. Naja, am Montag fliegen er und seine Freundin für zwei Wochen in den Urlaub und am Samstag gehen wir alle zusammen (der Liebste und ich, mein Bruder samt Freundin, mein Vater, seine Freundin und deren Tochter) gemeinsam essen. Ich hoffe, dass es entspannt und irgendwie einfach okay wird.

Und nun? Ich weiß es nicht. Abwarten und sehen, was die Zeit bringt. Manchmal wünschte ich mir, wir wohnten weiter auseinander (so wie früher) – dann hätten wir zumindest eine offizielle Ausrede, uns nicht zu sehen.

Eltern

Dein Vater ist kaputt
aber du bist es nicht
Zerbeult und verbogen
und vielleicht nicht ganz dicht
Aber irgendwo darunter bist du seltsam o.k
Beinah unversehrt unter allem, was weh tut

Ich weiss du willst helfen
Ich weiss du grämst dich
Ich weiss du willst abhauen
Ich weiss du schämst dich

Es ist okay jeder soll fliehen der kann
Wenn du den Fluchtwagen fährst
Schnall dich an

So viel kaputt
aber so vieles nicht
Jede der Scherben
spiegelt das Licht
So viel kaputt
aber zwischen der Glut
zwischen Asche und Trümmern
war irgendwas gut

[Wir sind Helden – Kaputt]

Entspannung im Alltag

Im Alltag fällt es mir manchmal schwer, einfach zu entspannen und loszulassen. Momentan merke ich das vor allem am Abend. Meine Energie ist aufgebraucht, aber ich finde keinen Tagesabschluss. Ich sitze zum Beispiel im Wohnzimmer und schaue eine Serie. Mir fallen fast die Augen zu und das kommuniziere ich auch. Wenn der Liebste dann aber vorschlägt, ins Bett zu gehen, kann ich nicht. Ich kann nicht benennen, was mich davon abhält; ich stehe dann gewissermaßen zwischen den Stühlen und weiß mir nicht zu helfen. Vielleicht brauche ich doch wieder so etwas wie ein Einschlafritual. Etwas, um den Tag zu beenden und zur Ruhe zu kommen. Bücher funktionieren da leider nur bedingt – meist machen die mich eher neugieirg und ich möchte immer weiterlesen, finde noch weniger ein Ende.
Für den Tag bin ich gerade auf der Suche nach verschiedenen Möglichkeiten, die mich entspannen und ein wenig abschalten lassen. Früher ging ich mit meinem Hund am Nachmittag raus. Fast immer die gleiche Strecke. So konnte ich draußen sein, abschalten, die Gedanken ziehen lassen. Ich denke, dass ich abschalten konnte, hängt aber vor allem damit zusammen, dass es immer der gleiche Ablauf, die gleiche Strecke war. Würde ich jetzt einfach so rausgehen, am Fluss entlang, wäre mir das schnell zu viel. Zu viel zu sehen, zu hören, zu riechen. Da funktionieren meine Filter einfach nicht gut genug; zumal wenn ich ohnehin schon müde und erschöpft bin.
Vor einigen Tagen half mir ein Mandala, zur Ruhe zu kommen. Ich konnte mich ganz auf das Muster und die Farben konzentrieren. So wurde ich entspannter, schaltete ab. Manchmal ist mir aber auch das zuviel.
Also habe ich mich eben einfach auf das Sofa gelegt, Kopfhörer aufgesetzt und meiner Entspannungsplaylist gelauscht. Ich habe sie schon vor einiger Zeit angelegt, seitdem aber nur selten genutzt.

Heute hat sie mir sehr geholfen. Ich konnte einfach daliegen, die Wand anschauen und der Musik lauschen. Nun fühle ich mich entspannt, aber nicht mehr so unglaublich müde. Einfach relaxt. Sie besteht nur aus sieben Liedern, das erste ist gewissermaßen der Auftakt zur Entspannung, das letzte Lied „weckt“ mich wieder. Es enthält als einziges auch Text und ist für mich entspannt-positiv besetzt. Nun fühle ich mich dem restlichen Tag gut gewachsen und mag mich nicht mehr einfach nur im Bett verkriechen.

One lovely Blog Award

Hui, ich wurde nominiert und da ich nur zu gern 7 Dinge über mich berichte, mache ich mal mit.

Los geht’s:

  • Bedanke dich bei der Person, die dich nominiert hat und verlinke diese.
  • Blogge die Regeln und zeige den Award.
  • Veröffentliche 7 Fakten über dich.
  • Nominiere 15 andere Blogger und teile ihnen die Nominierung mit.

Bekommen habe ich den Award von @Endwinterwunder, die als Gast auf dem Blog von Chaos² die Fakten über sich veröffentlicht hat.

  1. Ich liebe es, zu studieren. Von Anfang an war ich begeistert von meinen Fächern (Germanistik und Geschichte) und spätestens, nachdem ich mein erstes Tutorium gegeben hatte, wollte ich unbedingt eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Dass ich nach meinem Master-Studium (Germanistik) promovieren möchte, steht nach wie vor fest. Wie es danach weitergeht? Mal sehen, denn
  2. ich interessiere mich für viele verschiedene Dinge. Früher dachte ich immer, ich könnte nichts richtig gut, weil ich mich für alles mögliche begeistern kann. Heute weiß ich, dass ich einfach viele Dinge sehr gut kann und es ist gut, dass ich mich so leicht für Dinge motvieren und einsetzen kann. Ich habe ein breit gefächertes Interesse und auch, wenn mich das manchmal überfordert, so hilft es mir doch auch. Ich habe einige Menschen in ihrem absoluten Traumberuf scheitern sehen – ich habe durchaus mehrere Traumberufe und glaube fest daran, dass sich einer von ihnen verwirklichen lässt.
  3. Während meines Studiums (und auch schon davor) hatte ich viele verschiedene Nebenjobs, manche davon wurden mir zugetraut, manche nicht. Je nachdem, in welchem Umfeld man mich kennenlernt, können manche Menschen zum Beispiel nur schwer glauben, dass ich immer mal wieder (u.a. in den Semesterferien) als Flugbegleiterin oder während der Vorlesungszeit im Deutschen Bundestag gearbeitet habe.
  4. Ich lese beinahe jedes Buch, das mir zwischen die Finder kommt; seitdem ich lesen gelernt habe. Durch mein Studium muss ich zwar immer viel lesen, doch ich liebe es, dazwischen mal etwas ganz anderes zu lesen – und ich habe auch kein Problem mit Fast Food Literatur, um meinen Kopf zu entspannen. Zum Glück lese ich sehr schnell und kann so neben meinem Studium immer noch das ein oder andere Buch lesen. Wenn ich ganz viel Freizeit habe, lese ich auch mal ein bis zwei Bücher am Tag. Danach brauche ich allerdings immer eine Weile, um mich zu orientieren und wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Manchmal versinke ich so in einem Buch, dass ich mich sehr erschrecke (und manchmal laut aufschreie), wenn jemand den Raum betritt (meine Mama kann da Geschichten erzählen…).
  5. Ich plane gerne alles durch und kann kaum etwas dagegen tun. Manchmal versuche ich, mich zu entspannen, mich zurückzulehnen und die Dinge einfach laufen zu lassen, doch es fällt mir nie leicht (auch wenn es mir inzwischen gelingt). Das für mich faszinierendste daran ist, dass meine Pläne meist aufgehen. Vielleicht brauche ich einfach etwas, an dem ich mich festhalten kann, eine Liste, die sich abhaken lässt, um an einer Sache dranzubleiben, daran zu glauben und sie umzusetzen.
  6. Ich bin (auch nach beinahe vier Jahren) noch so verliebt in den Liebsten – neben der tiefen Liebe, dich ich für ihn empfinde. Er ist mein engster Vertrauter, mein bester Freund und mein Fels in der Brandung. Alles Klischees, sie alle sind wahr. Er verkopfter, ich mehr Bauchmensch, ergänzen wir uns gegenseitig und können uns helfen. Er ist immer da, wenn ich ihn brauche, tröstet mich, liebt mich und findet mich fabelhaft, wenn ich mich einfach nur verkriechen möchte. Von ihm habe ich gelernt, dass sich für etwas zu entschuldigen nicht bedeutet, eine Schwäche zu zeigen. Er ist immer geduldig und würde alles für mich tun – ein paar Mal hat er mir das auch schon zeigen müssen. Ich spüre einfach, dass er mein Mann ist; und meinen Verlobungsring trage ich mit Stolz.
  7. Ich würde mich selbst als introvertiert bezeichnen, weiß aber, dass viele, die mich (noch nicht so gut) kennen, dass vielleicht anders sehen. Tatsache ist, dass ich unheimlich viel reden kann (wenn ich mich wohlfühle), doch es dauert unendlich lange, bis ich nicht mehr nur rede, sondern tatsächlich etwas sage, etwas von mir preisgebe. Wer sich mein Vertrauen aber einmal erarbeitet hat, wird es so schnell nicht mehr los; selbst, wenn er es vielleicht gar nicht (mehr) verdient hat.

Das hat noch mehr Spaß gemacht, als ich dachte!
Ich nominiere (natürlich nur, falls diese Personen mitmachen mögen):
Frau M. vom zehnten Stock links
Frau Halbbluthobbit
Sophie von Valentinesdiary

Mittwochsschön | KW 38

Heute gibt es ein Mittwochsschön der anderen Art – einen Liebesbrief an mich selbst. Die wunderbare Wilde Wölfin hat in ihrem gewICHtigen Blog-Eintrag dazu aufgerufen und ich möchte ihr folgen.
Ein guter 300. Blog-Eintrag meinerseits, wie ich finde.

Liebes Fuchsfräulein,

ich soll dir einen Liebesbrief schreiben – so etwas habe ich bisher noch nie getan. Darüber nachgedacht? Klar. An der Umsetzung scheiterte es dann schon. Das letzte halbe Jahr war wirklich anstrengend, doch so langsam klärt sich alles. Es ist toll, wie du das alles geschafft hast, ohne dein Ziel aus den Augen zu verlieren. Du hast gelernt, besser auf dich Acht zu geben und auch mal Nein zu sagen. Das ist nicht immer leicht! Vor allem nicht, wenn Freunde etwas unternehmen mögen und du selbst einfach nur müde bist und mit einem Tee entspannen magst.      
Es ist beeindruckend, wie deine Pläne am Ende doch immer gelingen – oder manchmal auch einfach alles ’nur‘ wird, wie du es gerade brauchst, magst, wünschst. Wie machst du das nur? Ich weiß: Du hast Pläne. Stets und ständig. Du planst und überlegst und durchdenkst. Und dann durchdringst du und kannst deine Pläne umsetzen.
Wenn es um Andere geht, bist du so mutig. Du würdest alles für deine (Wahl-)Familie tun. Ich würde mir nur wünschen, dass du dich noch mehr für dich selbst einsetzt.
Was ich besonders gerne an dir mag ist dein Blick – für Farben, Materialien, für Räume. Deine Wohnung ist so gemütlich und entspannt, und wer etwas Zeit zum Stöbern mitbringt, wird immer noch etwas neues entdecken; ein kleines Detail, welches ihm bisher gar nicht aufgefallen ist. Deine Wohnung, das bist ganz du. Warm, offen, einladend, manchmal auch verspielt, romantsich oder sogar kitschig.
Du kannst toll backen und kochen, das ist einfach fabelhaft. Damit begeisterst du immer wieder Gäste – übrigens auch mit deiner Gastfreundschaft.
Ich finde es schön, dass dir zu beinahe jeder Situation ein Lied oder ein Zitat einfällt. Du reflektierst sehr stark und überblickst Dinge schnell – bestimmt hat es damit zu tun.
Du bist sehr hilfsbereit und empathisch. Manchmal weinst du, weil du einen traurigen Menschen siehst – Und dann… dann hilfst du ihm. Es macht mich stolz, dass ich so einen Menschen kenne!
Du bist eine kluge, warmherzige, witzige und tolle Frau.
Bitte denk‘ daran: Auch wenn ich es dir nicht immer zeige, ich liebe dich von ganzem Herzen.

Body-Shaming, Fat-Acceptance und … Ich

Immer öfter stolpere ich in letzter Zeit auf den Blogs, die ich so lese über Begriffe wir Body-Shaming, Fat-Acceptance oder Themen wie Plus-Size, Selbst- und Fremdwahrnehmung und das (eigene) Körperbild.
Es gibt zwei, drei Modeblogs, denen ich gern folge, ansonsten lese ich hauptsächlich Blogs, die sich mit anderen Dingen beschäftigen. Die Modeblogs sind von schlanken, im allgemeinen als schön bezeichneten Menschen geschrieben. Die oben erwähnten Begriffe tauchen hauptsächlich auf anderen Blogs auf – bei Menschen, die meist nicht dem durchschnittlichen, gängigen Schönheitsideal entsprechen.
Und ich? Ich bin genau dazwischen. Seit etwa elf oder zwölf Jahren pflege ich ein meist negativ behaftetes Verhältnis zu meinem Körper, den ich meist einfach versuche, zu ignorieren.
Es ist nicht so, dass ich mich nicht um seine Bedürfnisse kümmere ( Hunger, Durst, Kälte, Müdigkeit, …) doch ich trenne ganz klar – und absurderweise – zwischen mir und ihm.
Wir bilden keine Einheit, wir stecken irgendwie zusammen in diesem Leben und müssen sehen, wie wir uns miteinander arrangieren.
Es gibt seltene Tage (oder eher: Stunden), an denen ich ihn mag und irgendwie auch akzeptieren kann, aber zusammen gehören wir eigentlich nie.
Dass das nicht gesund ist, weiß ich. Mein Problem ist: Ich gehöre zu keiner Gruppe dazu.
Ich gehöre bestenfalls zu einer Nicht-Gruppe. Zu denen, die weder dünn genug, noch zu dick sind. Nichts an mir ist zierlich oder wirklich schlank, doch ich kann mich auch nicht als dick bezeichnen.
Was mich daran traurig macht ist, dass mir von – vermeintlich – dicken Menschen gesagt wird, dass ich mich nicht mit ihnen solidarisieren kann, weil ich ja zu dünn bin. Von dünnen, der Norm entsprechenden Menschen wird mir hingegen das Gegenteil vermittelt, nämlich vor allem: Du hast doch Glück, du müsstest nur ein bisschen abnehmen und schon gehörtest du zu uns.
Und so schwanke und taumele ich zwischen Diäten und Selbst-Akzeptanz, zwischen dem Versuch, mein Aussehen zu optimieren und jenem, mich anzunehem wie ich bin, zwischen Sport, den ich zum Abnehmen betreibe und dem, den ich nur mache um mir etwas gutes zu tun.
Ich koche und backe leckeres Essen, nur um einen Tag später weinend einzuschlafen, weil ich mich so sehr hasse.
Und ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Die letzte Diät habe ich lange hinter mir und ich möchte auch keine mehr machen. Aber wie noch vor ein paar Jahren möchte ich manchmal so gerne… dazugehören. Da ist nur keiner, zu dem ich gehören kann.

Edit: Die Wurzelfrau hat unter der Überschrift „A little self love“ ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. Unbedingte Leseempfehlung!

DIes & Das | Mittwochsschön KW 33

Uff. In der letzten Woche bin ich mal zu gar nichts gekommen, außer dazu, den Alltag gut hinter mich zu bringen. Wir haben versucht, unser Katzenkind mit einem kleinen Kätzchen zu vergesellschaften, was leider letzten Endes gescheitert ist. Natürlich lässt sich darüber sprechen, ob wir uns nicht mehr Zeit hätten nehmen müssen – doch da unsere Prinzessin sich so gar nicht mehr wohlfühlte, kaum noch fraß und uns mied, zogen wir die Notbremse und brachten die Minimiez schweren Herzens zu ihrer Besitzerin zurück. Seitdem ist unsere Kleine wie ausgewechselt – bzw. als wäre niemals etwas geschehen. Sie schmust, schnurrt, frisst und schläft… Und sie schreit nachts nicht mehr vor unserer Schlafzimmertür (der einzige Raum, in den sie nicht hineindarf). So hatte ich in dieser Woche weder ein paar Feine Dinge, noch am letzten Freitag einen Freitags-Füller oder gestern die 12von12… Aber in der nächsten Woche wieder! Dafür gibt es heute noch ein Mittwochsschön. Ab morgen haben wir dann Berlin-Besuch bei uns und so werde ich wohl kaum Zeit am Computer verbringen wollen oder können.

  1. Ein gutes Bewerbungsgespräch und die Hoffnung auf einen Job, der gut zu mir passen würde.
  2. Die Kündigung, die endlich eingetroffen ist… Zu meiner großen Freude sogar zum 30.09., sodass ich noch einen Monat länger Gehalt bekomme. Eine große Sorge weniger.
  3. Das Katzenkind, welches gar nicht nachtragend ist, sondern schmusig wie eh und je.
  4. Vorfreude auf den Berlin-Besuch.
  5. Herbst-Geruch in der Luft, der einen morgens fröstelnd erwachen lässt und den Teekonsum sofort wieder steigert.