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Studium

Leben

Keine Angst

27. Juli 2016

Ramona hat auf ihrem Blog heute einen Eintrag geteilt, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.
Sie fragt (unter anderem):

Was würde ich tun, wenn ich wüsste, ich könnte nicht scheitern.

Das ist eine Frage, die mich momentan auch in gewisser Weise beschäftigt – und das (unterbewusst) schon seit Monaten.
Ich weiß inzwischen, was ich mir momentan mehr als alles andere wünsche. Doch ist es nicht allein Angst, die mich davon abhält. Es sind auch andere Entscheidungen und Umstände, die ich mit einbeziehen muss.
Viele davon lässt sich jetzt noch nicht entscheiden. Ich kann die Weichen noch nicht stellen. An vielen TZagen reibt mich das auf, weil ich – besonders in diesem Punkt – nicht gut geduldig sein kann. Ich weiß, dass es nicht anders geht, weil ich jetzt weder entscheiden kann, noch darf. Trotzdem kann ich nicht aufhören, darüber nachzudenken.
Wenn alles klappt (ich klopfe ganz fest auf Holz), dann erfüllen sich nacheinander zwei meiner Wünsche. Sie gehören fast ein bisschen zusammen, bauen aufeinander auf. Und wenn diese beiden Wünsche Wirklichkeit geworden sind, dann kann ich (wieder) das tun, was ich wirklich möchte.
Dann muss ich nicht mehr so viel Angst haben, darf einfach machen und mich ausprobieren.
Natürlich habe ich schreckliche Angst, dass es doch nicht klappt. Dass ich meinen Traum nicht (nie?) verwirklichen kann.
Ich weiß aber, dass ich es versuchen muss. Für diese Einsicht habe ich lange gebraucht, viele Monate – fast zwei Jahre. Aber mehr und mehr hat sich alles gefestigt, sortiert, und plötzlich lag mein Weg so klar vor mir. Der Nebel lichtete sich – warum hatte ich das vorher nur nicht gesehen?
Ich weiß, dass der Liebste mich bei allem unterstützt. Auch er möchte, dass ich mir meinen Wunsch erfüllen kann und es tut so gut, ihn an meiner Seite zu wissen.
Nun hoffe ich nur noch, dass alles klappt. So, wie ich es mir sehnlichst wünsche.

Si jamais j’oublie les jambes à mon cou,
si un jour je fuis,
rappelle-moi qui je suis,
ce que je m’étais promis.

Leben

Ein kleiner Rückblick.

4. Mai 2015

Huch, wo ist der April geblieben? Es gäbe so viel zu schreiben und zu
erzählen. Vom Brieffreundinnentreffen, von wichtigen Plänen, von der
Uni, der Arbeit, … Aber die Zeit dazu konnte ich mir bisher einfach nicht nehmen.
Ich hoffe da sehr auf den Mai, der durch die vielen Feiertage vielleicht etwas ruhiger wird.

Einen kleinen Rückblick wollte ich aber dennoch schreiben, denn im April habe ich endlich meine Brieffreundin getroffen und es war so schön!
Was hatte ich Angst. Davor, dass sie mich nicht mag, dass ich sie nicht mag, dass der Liebste sie und/oder ihren Freund nicht mag.
Doch all die Ängste waren ganz unbegründet, denn als wir uns auf einem Mittelaltermarkt zum ersten Mal trafen, fielen wir uns gleich um den Hals. Es fühlte sich einfach an, als sei sie eine Freundin, die ich lange nicht gesehen habe. Genau richtig.
Wir verbrachten einen wunderbaren Tag, redeten ganz viel und am Ende hatte ich einen Sonnenstich und sie und der Liebste Sonnenbrand. Das kann meine schöne Erinnerung jedoch nicht trüben.
Gleich in der Woche darauf sollten wir uns wiedersehen, bei einem Theatertreffen. Uns war die Zeit viel zu kurz und so freute ich mich, dass sie zusagte, als ich sie anschließend noch zu uns nach Hause einlud.
Und in der vergangenen Woche sahen wir uns ganze drei Mal! Unser Gesprächsstoff wird nicht weniger, ganz im Gegenteil. Und schreiben tun wir uns auch noch (meine Befürchtung war ja zwischenzeitlich, dass wir das Schreiben gar nicht mehr ‚brauchen‘, wenn wir uns öfter sehen). Letzte Woche Dienstag waren wir gemeinsam beim Chor, am Freitag gingen wir zusammen ins Kino und am Samstag… Hachja. Darüber mag ich noch nicht schreiben – das muss noch etwas warten.
Jedenfalls verbrachten wir dann spontan auch den Abend zusammen, es gab leckeres Essen und wir saßen lange zusammen.

Außerdem begann im April mein zweites Mastersemester und ich habe vier wirklich gute Kurse. Ich bin froh, dass das alles so geklappt hat, nur die beiden Hausarbeiten aus dem ersten Semester wollen endlich geschrieben werden, aber da komme ich noch nicht so richtig voran. Vielleicht muss ich mir mal wieder einen Schreib-Lese-Plan machen, um wirklich endlich etwas zu schaffen. Mit etwas Disziplin lässt sich das gut mit der Arbeit vereinbaren.
Da wird es auch immer besser und ich denke, dass ich mich wirklich dort eingelebt und mich daran gewöhnt habe. Es dauert ja immer ein wenig, aber inzwischen bekomme ich nicht mehr nach vier Stunden Kopfschmerzen oder bin einfach nur müde – zumindest nicht immer.

Leben

Arbeit, Studium, Alltag

11. März 2015

Momentan komme ich gar nicht zum Bloggen. Zwar habe ich ganz viele Ideen – bei einer Fastenaktion wollte ich mitmachen, außerdem von meinem Studium schreiben und der neuen Arbeit – aber wenn ich dann nach der Arbeit gegen 20.30 Uhr nach Hause komme, will ich eigentlich nur noch ins Bett. Ich gewöhne mich nur langsam an die neue Arbeit, doch ich merke, dass sie mir Spaß bereitet und dass ich sie gut mache(n kann). Ich bekomme positives Feedback, was mich bestärkt.
Daneben versuche ich, schon mal etwas für meine beiden Hausarbeiten zu machen, die noch geschrieben werden müssen. Außerdem bin ich gerade dabei, die Wohnung zu entrümpeln, nicht mehr benötigtes wegzuwerfen und alles einmal auf den Kopf zu stellen. Ein paar Räume habe ich schon geschafft, momentan habe ich mir die Küche vorgenommen. Es wird alles, auch wenn das Gästezimmer momentan eher eine Abstellkammer gleicht. Doch da erst zu Ostern ein Studienfreund des Liebsten und mir aus Berlin kommt, haben wir noch Zeit dazu, auch diesen Raum wieder schön herzurichten.
Ich lese quasi gar nichts, Hörbücher mag ich auch nicht hören (nach all der Telefoniererei an der Arbeit sicher nachvollziehbar) und außer ein paar Folgen der aktuellen Serie, bleibt auch der Fernseher aus. Meine Lieblingsblogs durchstöbere ich, ich höre Musik und versuche, mich zu entspannen.
Ich weiß: Bald habe ich wieder ganz viel Muße, um zu bloggen. Das neue Semester beginnt Mitte April und dann werde ich auch wieder weniger arbeiten. Die Wochenenden werde ich frei haben – und mit etwas Glück auch Montag oder Freitag noch dazu.
Bis dahin stöbere ich (manchmal) in alten Bildern und sehne mich nach etwas Urlaub… Wie zum Beispiel nach Colmar, wo ich im Mai 2013 auf Exkursion war.

Leben

Ein Rückblick II | 2014

30. Dezember 2014

Noch einmal nehme ich den Kalender, der nun fast ausgedient hat, in die Hand. Blättere um, lese mich fest, erinnere mich… An ein schönes, anstrengendes, immer wieder neues Jahr.

Januar, Februar, März

Nachdem wir Silvester bei Freunden verbracht haben, gehen wir das neue Jahr ganz ruhig an. Noch eine gute Woche habe ich Zeit, ehe Uni und Arbeit mich wieder nach Berlin rufen. Am Wochenende kommen Freunde zu einer Einweihungsfeier vorbei, wir sitzen in der neuen Küche und lachen, reden und lassen es uns gutgehen. Es ist schön, wieder in der Heimat zu sein.Das erste Vierteljahr pendele ich nach Berlin, wohne dort in der Wohnung einer Freundin und mache meine letzten beiden Seminare für den Bachelor-Abschluss. Außerdem arbeite ich auch noch dort. So muss ich mich jetzt nicht um einen neuen Job kümmern und wenn ich ohnehin dort bin… In der Zeit in der Heimat – die nun auch wieder Zuhause ist – gehe ich ins Kino, zu einer Buchvorstellung und stelle zwei Hausarbeiten fertig. Nachdem ich seit meiner Kindheit nicht mehr da war, gehe ich mit Freundinnen und Bekannten auch mal wieder zum Fasching; es ist unerwartet lustig und die Zeit vergeht wie im Flug. Als Abschluss der Berlinzeit geht es mit dem Liebsten und Freunden nochmal für ein Wochenende dorthin. Ich genieße die Zeit, freue mich aber auch auf die nun kommende Zeit.

April, Mai, Juni

Der April beginnt mit einer Wiedereingliederungsschulung; ich möchte bis zum Studienbeginn im Oktober wieder als Flugbegleiterin arbeiten und ’nebenbei‘ meine Bachelor-Arbeit schreiben. Dass das so nicht möglich ist, kann ich zu Beginn noch nicht glauben. Ostern verbringe ich entspannt mit dem Liebsten und meiner Mama. Danach überschlägt sich alles: Ich werde krank, kann nicht mehr arbeiten und schaffe auch nichts für meine Bachelor-Arbeit. Das gesamte Studium über hatte ich einen, zeitweise auch zwei Jobs. Nun komme ich kaum aus dem Bett. Ich möchte nur schlafen und über nichts mehr nachdenken müssen. Irgendwie schreibe ich meine Bachelor-Arbeit und gebe sie ab. Krankgeschrieben bin ich die ganze Zeit über. Schlecht komme ich mir dabei vor, aber es nützt ja nichts. Die Order: Mich schonen, mir Gutes tun. Dazwischen: Eine Konfirmation, Arzttermine, Mittelaltermärkte, ein grandioser Opernbesuch. Außerdem hat der Liebste Geburtstag und wir feiern gemeinsam. Ende Juni dann wieder eine Fahrt nach Berlin: Der Liebste hat Absolventenfeier und ich bin so stolz auf ihn! Wir treffen liebe Freunde und haben eine wirklich schöne Zeit. Langsam erhole ich mich.

Juli, August, September

Meinen Geburtstag verbringe ich ruhig. Ich gehe mit dem Liebsten essen und plane eine Wiedereingliederung. Diese wird jedoch abgelehnt, stattdessen bekomme ich meine Kündgigun. Und zum ersten Mal entspanne ich mich wirklich, eine riesige Last fällt von mir ab! Die Schwester des Liebsten heiratet und ich bin tatsächlich zu Tränen gerührt – das hätte ich von mir so eigentlich nicht gedacht. Die Hochzeit ist wirklich schön und das Wetter spielt auch mit. Wieder einmal gehe ich ins Kino, außerdem pflücke ich Erd-, Him- und Blaubeeren und koche daraus Marmelade. Über 30 Gläser sollten bis ins nächste Jahr hinein reichen. Mein Bruder und meine Mama feiern Geburtstag, wir grillen bei Freunden und versuchen schließlich, unsere kleine Mieze mit einer anderen Katze zu vergesellschaften – ein Versuch, der grandios scheitert. Gerade erholen wir uns davon, da kommen auch schon Freunde zu Besuch und bleiben über ein langes Wochenende. Wir sind viel draußen, reden bis tief in die Nacht und lernen die Stadt noch einmal von einer anderen Seite kennen. Außerdem gehen wir zu diversen Ausstellungen. Ich bekomme die Zusage für das Master-Studium und bereite mich innerlich darauf vor, dass es ab Oktober wieder losgeht. Bin ich schon bereit dazu? Wie wird es sein, hier zu studieren?

Oktober, November, Dezember

Der Liebste und ich fahren nach Stuttgart, um eine Ausstellung zu besuchen. Die Stadt hat es uns nicht angetan, aber allein für Fastnacht der Hölle hat es sich sehr gelohnt! Einen Tag früher als geplant fahren wir nach Hause. Das Studium beginnt und es gefällt mir sehr, auch wenn ich meine Kommiliton*innen, die Uni und auch die Dozent*innen sehr vermisse. Alles ist so anders und neu, ich gewöhne mich nur langsam daran. Zwei Kurse gebe ich wieder ab, nachdem ich einen neuen Job angenommen habe. Ich will mich nicht wieder permanent überfordern. Da ich weder BAföG, noch sonst irgendetwas bekomme, kann ich auch gut sechs Semester für den Master einplanen. Der neue Job macht mir unglaublich viel Spaß. Auch wenn ich früh aufstehen muss, bin ich sehr gern dort und die acht Stunden vergehen wie im Flug. Eine meiner besten Freundinnen feiert nicht nur Halloween, sondern auch gleich noch ihren Umzug (in meine Nähe) sowie ihren Geburtstag. Es gibt noch mehr Geburtstage und daneben wieder ein paar Kinobesuche. Nach Berlin zieht es uns Anfang Dezember noch einmal. Alle paar Jahre ist das auch wirklich nötig, sonst bekomme ich doch ein wenig Sehsncuht. Zwischen all dem schönen haben wir seit September zwei Löcher in unserem Badezimmer – nach unten zu den Vermietern und nach oben, wo sie den Dachboden zu einer Wohnung ausbauen. Das setzt mir wirklich zu. Irgendwie schaffen wir es dann doch, alles so zu beschleunigen, dass du Weihnachten die Löcher zu sind. Das wurde wirklich Zeit! Insgesamt sechs Mal haben die Handwerker uns versetzt, ohne abzusagen. Ich freue mich auf das kommende Jahr, wenn wir das Badezimmer dann wirklich ’schön‘ machen können. Irgendwie komme ich doch etwas in Weihnachtsstimmung. Bestimmt hilft da auch das Plätzchenbacken und die Kerzen überall in der Wohnung. Den 24. verbringen wir ganz entspannt. Wir schlafen aus, frühstücken gemütlich und schmücken dann den Baum. Ein paar Weihnachtsfilme müssen natürlich auch sein. Am frühen Abend machen wir Bescherung und holen uns dann etwas zu essen. Für den 25. hat mein Papa uns zu sich eingeladen, um seinen Geburtstag zu feiern. Da gibt es noch einmal Bescherung und sehr viel, sehr gutes Essen. Außerdem sind Freunde da, die ich schon ewig nicht gesehen habe. Am 26. reisen die Geschwister (plus Anhang) der Liebsten an, abends gibt es ein riesiges Weihnachtsessen, zu dem jeder (meine Mama und Freunde sind noch dabei) etwas mitgebracht hat. Müde und erschöpft fallen wir ins Bett und sind froh, den 27. und 28. ganz ruhig und für uns verbringen zu können.

Nun steht noch Silvester mit Freunden an und dann… dann geht es endlich mal wieder nach Dänemark. In ein Ferienhaus am Strand, mit Sauna und Kamin. Ich freue mich schon so sehr darauf!

Leben

Sonntag

23. November 2014

…und schon sind wieder 10 Tage vergangen. Um zu überlegen, was ich in dieser Zeit so alles gemacht habe, muss ich erst einmal in meinen Kalender schauen – außer Arbeit und Uni steht da nicht viel. An den Wochenenden: ausschlafen, gemütlich frühstücken, entspannen. Zwischendurch den Adventskalender für den Liebsten vorbereiten und Bahntickets für den Berlin-Trip buchen (ich freu‘ mich so!). Langsam aber sicher bin ich in meinem neuen Job angekommen. Ich weiß, wann ich schlafen gehen muss, um wach genug zu sein. Ich kann wieder besser entspannen, weil ich vorher produktiv war. Und zwei Unikurse habe ich abgegeben, damit mir das alles nicht zu viel wird. Das letzte Frühjahr und der Sommer haben mir meine Grenzen deutlich aufgezeigt und ich möchte sie nicht stets und ständig selbst verletzen.
Gestern morgen machten der Liebste und ich spontan einen frühmorgendlichen Spaziergang zum Bäcker, um Brötchen und Zeitung zu holen. Anschließend gab’s ein entspanntes Frühstück. Danach beschlossen wir, in ein Städtchen in der Nähe zu fahren, das wir beide noch nicht kannten. Es war richtig schön. Ich fahre so gern Auto – und am Liebsten auf der Landstraße am Fluss entlang, mit all dem bunt gefärbten Laub und Novembernebel. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Mit roten Wangen und kalten Fingern gab es dann erst mal eine Kanne Tee, bevor es ans samstägliche Aufräumen ging. Und abends haben wir es sogar endlich mal wieder geschafft, einen Film zu gucken, weil ich nicht gegen neun Uhr so müde war, dass ich nur noch ins Bett wollte.
Heute Abend freue ich mich auf ganzganz leckeres Essen und mein entspanntes Sonntagsbad. Das ist inzwischen schon ein richtiges Wochenausklangsritual geworden.

 

Leben

Ruhe.

13. November 2014

Kein Mittwochsschön, kein Freitags-Füller, keine 12 von 12… Das ist immer ein gutes Indiz dafür, dass im echten Leben gerade so viel passiert, dass ich mal wieder nicht hinterher komme. Und tatsächlich: Nicht nur hat die Uni begonnen, ist angelaufen und fordert so langsam ein bestimmtes wöchentliches Pensum. Vor knapp zwei Wochen habe ich einen neuen Job angetreten. Es macht mir unglaublich viel Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Ich untersützte einen kleinen regionalen Radiosender als freie Mitarbeiterin und arbeite eigentlich nur montags und mittwochs. Eigentlich. Denn im Moment ist eine Kollegin krank und eine andere im Urlaub, sodass ich in dieser Woche viermal und in der letzten dreimal arbeite bzw. gearbeitet habe. Das ist sehr gut für meinen studentischen Geldbeutel und die Zeit geht ganz schnell um, weil so viel zu tun ist, aber wenn ich dann nach acht Stunden Arbeit nach Hause komme und um 4.35 Uhr aufgestanden bin (Frühschicht), dann möchte ich eigentlich nur noch etwas essen und ins Bett. Meist geht das aber nicht, denn da ist ja noch das eben erwähnte Uni-Pensum. So bleibt für’s Bloggen momentan nur ganz, ganz wenig Zeit und Muße übrig: Zum Beispiel heute, weil ich Spätschicht (bis 21.00 Uhr) habe. Hiermit sei also ein kleines Lebenszeichen von mir gesendet. Sobald sich Uni und Job noch etwas mehr eingependelt haben, bin ich bestimmt auch nicht mehr dauermüde und erschöpft. Achja, ganz vergessen: Morgen und übermorgen sind ja die Handwerker den ganzen Tag da! Es ist also wirklich viel los.

Leben

Mittwochsschön | KW 42 (Semesterbeginn)

15. Oktober 2014

Heute nicht fünf Dinge, die mir Freude bereiten, sondern eines: Mein Studium.
Immer mal wieder habe ich darüber geschrieben, doch da morgen – ganz offiziell – mein Master-Studium beginnt, ist es mal wieder Zeit, meiner Freude Ausdruck zu verleihen.
Ich liebe mein Studium.
Im Wintersemester 2010/11 habe ich begonnen, Germanistik und Geschichte im Bachelor zu studieren (nicht auf Lehramt) und es war eine der besten Entscheidungen, die ich bis heute getroffen habe. Ich liebe es, zu lesen. Das haben mir auch die vielen wissenschaftlichen Texte nicht verleidet; ganz im Gegenteil. Ich habe damit nicht nur mehr Wissen, über das ich mich austauschen kann, ich habe auch viele nette Menschen kennengelernt, mit denen es sich herrlich über alles mögliche diskutieren, nachdenken, fabulieren lässt. Allen voran der Liebste, den ich ja auch direkt im ersten Semester kennen- und lieben gelernt habe. Ich freue mich riesig darüber, wenn wir zum Beispiel am Wochenende (oder auch mal mitten in der Woche, so wie heute) gemütlich am Frühstückstisch zusammen sitzen, Tee trinken und über das, was uns so in den Sinn kommt, sprechen. Seien es Bücher, Aufsätze, politische oder religiöse Themen. Immer wieder beschäftigt sich einer von uns mit einem neuen Thema und so gibt es auch stets etwas neues zu unterhalten.
Hinzu kommt, dass ich zwei meiner (heute) engsten Freundinnen in meinem Studiengang (eine studiert Germanistik, eine Geschichte) kennengelernt habe. Ich bin so dankbar für diese Zwei, die mir in manchen Dingen so ähnlich sind, und die sich in manchen Dingen so sehr von mir unterscheiden. Wir können uns aneinander reiben, miteinander lachen und weinen, wir teilen so viel.
Zu Beginn meines Studiums war ich noch in einer anderen Beziehung. Sie scheiterte aus anderen Gründen, doch erst in meiner jetzigen Beziehung merkte ich, wie wichtig es mir ist, mich über mein Studium auszutauschen. Ich brauch(t)e jemanden, der gewisse Dinge versteht, bei dem ich ein bestimmtes Wissen einfach voraussetzen kann – oder zumindest ein grundsätzliches Interesse an bestimmten Themen.
Vielleicht hatte ich auch etwas Glück mit meinen Professor*innen und Dozent*innen – bis auf ein, zwei Ausnahmen waren sie alle so motiviert, so klug, so herausfordernd.
Mein Bachelor-Studium habe ich sehr gut abgeschlossen und ich bin so gespannt und auch ein bisschen aufgeregt, wie es ab morgen weitergeht.
Mein Mittwochsschön.

Leben

Zweifel

2. Juli 2014

Hach. Ich hoffe ja, dass diese momentane Lebens-Episode nur eine Phase ist, auf die ich spätestens im Oktober mit einem entspannten Lächeln zurückschauen kann.
Es ist schon so lange her, dass ich über die Zeit schreiben wollte, in der ich arbeiten musste und meine Bachelor-Arbeit beenden – und in der dann letztendlich alles zuviel wurde.
Seit Mitte Mai bin ich nun krankgeschrieben und meistens ist das okay; aber manchmal fühle ich mich wie eine Betrügerin. Denn ich habe ja nichts, was man meinem Körper ansehen könnte oder in meinem Blut ablesen würde. Ich war beim Arzt mit einer tiefen Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Müdigkeit und Lustlosigkeit.
Lina, die gerade einen tollen Artikel geschrieben hat, meinte:

Zu Beginn glaubte ich an einen Stressphase, die ich überstehen würde, wenn ich mich nur anstrenge, wenn ich durchhalte und wenn ich das nächste Projekt abgeschlossen hätte. […] Aber dann kam das nächste Projekt und das nächste und das nächste.

Der erste Verdacht (es gab noch ein paar andere Symptome) war dann: Schilddrüsenunterfunktion. Ganz ehrlich? Ich habe darauf gesetzt! Ich hoffte, ich könne einfach eine Tablette nehmen, dass ich momentan einfach unter meiner Leistungsfähigkeit wäre – es war aber nicht so. All meine Werte sind fabelhaft und im Prinzip geht es mir gut. Tut es aber nun einmal leider nicht. Nach 7 Semestern Vollzeitstudium mit häufig zwei Jobs war ich ausgebrannt und müde. Mein Arzt schrieb mich also bis Mitte Juli krank und langsam ging es bergauf. An einen Therapeuten war nicht zu denken – etwa zehn sehr freundliche Arzthelferinnen teilten mir mit, ich möge mich Ende des Sommers noch einmal melden, momentan sei da – leider, leider – nichts zu machen. Und aktu habe ich ja auch nichts.
Momentan bekomme ich Krankengeld und ich bin unglaublich froh darüber. Dazu muss man sagen, dass ich an sich einen sehr guten Vertrag unterschrieben habe: Sechs Monate (von Mai bis Oktober) arbeite ich, bekomme aber zwölf Monate ein Teilzeitgehalt. Ich habe mich darauf verlassen, so das erste und zum Teil auch das zweite Semester meines Master-Studiums überstehen zu können. Doch nun… weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich glaube nicht, dass ich es von jetzt auf gleich wieder schaffe, Vollzeit zu arbeiten. Sobald ich nur daran denke, bekomme ich Bauch- und Kopfschmerzen. Es gäbe da eine Möglichkeit – die Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell. Doch noch stellt sich mein Teamleiter quer. Zwar bestärkt mich die Personalvertretung und sie wird mich auch zu einem Gespräch mit meinem Teamleiter begleiten, dennoch belastet mich die Situation sehr. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn meine Wiedereingliederung abgelehnt wird – auch wenn es dafür eigentlich keinen Grund geben kann, der Bestand hätte. Noch bis zum 10. Juli bin ich krankgeschrieben. Am letzten Freitag telefonierte ich kurz mit meinem Teamleiter und er versprach, sich am Montag zu melden… Nichts ist passiert. Nun sitze ich wie auf heißen Kohlen. Erreicht habe ich ihn nur per Email; und eine Abwesenheitsnotiz bekommen: Ab dem 3. Juli ist er wieder da. Um jedoch eine Wiedereingliederung zu bekommen, muss ich auch meinen Arzt und meine Krankenkasse kontaktieren und alle müssen zustimmen. Das dauert ja bekanntlich manchmal etwas…
Uff. Ich hoffe, dass sich diese Worte jetzt nicht so durcheinander lesen, aber genau so sieht es momentan auch in meinem Kopf aus. Listen, die mir sonst helfen, alles zu strukturieren, helfen da auch nicht weiter. Denn ich komme immer wieder auf dieselben Punkte:

  • BAföG bekomme ich nicht, weil mein Vater zu viel verdient.
  • Mein Vater ist nicht willens, mich auch während meines Master-Studiums noch zu unterstützen. Unser Verhältnis ist momentan nicht sehr gut (sehr oberflächlich) aber auch nicht schlecht genug, um ihn zu verklagen oder damit zu drohen.
  • Während meines Master-Studiums darf ich nicht mehr als 20 Stunden unter der Woche arbeiten. Ob ich damit genug Geld verdiene, sei dahingestellt.
  • Ich müsste erst einmal einen Job finden, der sich auf meine Uni einstellt – und nicht umgekehrt. Zwei Absagen habe ich schon erhalten, nun warte ich auf eine weitere Antowrt – dann hätte ich immerhin einen Job von Oktober bis Dezember und eventuell die Möglichkeit der Verlängerung (wenn sie auch klein ist).
  • Es gibt genau drei Stipendien, die für mich in Betracht kommen; für eines gibt es noch keine Bewerbungsfrist, bei den anderen würde ich frühestens ab 2015 finanzielle Untertstützung bekommen. Das Problem: Im Bachelor brauchte ich kein Stipendium, die meisten Stiftungen möchten aber gern langfristig fördern.
  • Auch wenn der Liebste es gern würde, kann er mich finanziell nicht unterstützen – und ich finde auch nicht, dass das seine Aufgabe ist. Auch meine Mama verdient nicht genug Geld.

Ist es nicht dumm, dass die Menschen, die mich sofort unterstützen würden, nicht genug Geld haben und derjenige, der es könnte, nicht will? Das Verhältnis zu meinem Vater wird immer oberflächlicher, er fragt nur Leistungen ab (Was macht die Bachelor-Arbeit? Wie läuft es bei der Arbeit?) und ärgert sich, dass er, während er mich unterstützte, nur dreimal im Jahr mit seiner neuen Frau und deren Tochter in den Urlaub fahren konnte. Das macht mich nicht einmal mehr wütend, denn so kenne ich ihn eben. Er weiß nicht, dass ich schon so lange krankgeschrieben bin und ich habe auch kein Bedürfnis, ihm das zu erzählen. Ich will es selbst schaffen und ihn nicht um Geld bitten!

Puh. So viel negatives Zeug auf einmal… Jetzt erst einmal durchatmen und eine Schöne-Dinge-Liste machen. Vor dem Gespräch mit dem Teamleiter kann ich ohnehin nichts entscheiden.

Leben

Einfach weitermachen

24. Juni 2014

…einfach weiter prokrastinieren.
Am letzten Freitag habe ich – endlich – meine Bachelor-Arbeit abgegeben. Der Liebste und ich waren von Mittwochnacht bis Sonntagvormittag in Berlin, da er dort am Donnerstag Absolventenfeier hatte. Also schaffte ich es, meine Bachelor-Arbeit wirklich richtig abzuschließen und persönlich beim Prüfungsamt abzugeben. Dafür bekam ich auch ein freundliches „Nun genießen Sie Ihre freie Zeit!“ dazu. Den Rest der Zeit verbrachten wir hauptsächlich damit, Freunde zu treffen – das war einfach so schön. Auch hier in der Heimat haben wir inzwischen Freunde gefunden (bzw. ein paar gibt’s ja schon seit Jahrzehnten durch mich), aber manchmal vermisse ich meine liebsten Freunde im fernen Berlin doch sehr! Außerdem wollten wir unsere Trazuzeugen (beide haben ‚Ja‘ gesagt!) persönlich fragen, ob sie diese Aufgabe übernehmen möchten.
Seit vorgestern Nachmittag sind wir also wieder zurück, den gestrigen Tag verbrachte ich hauptsächlch mit meiner Mama (erst musste ich zum Arzt, dann sie, dann beschlossen wir, den Nachmittag in einer nahegelegenen kleinen Stadt zu verbringen) und heute habe ich dann einfach mal versucht weiter zu prokrastinieren. Was während wichtiger Dinge so gut funktioniert, müsste doch auch danach möglich sein – vor allem, wenn man sich so sehr daran gewöhnt hat. Also habe ich heute Drei unserer sechs Fenster geputzt, staubgewischt, die Pflanzen entstaubt und gegossen und nachher werde ich noch unsere schöne hölzerne Arbeitsplatte mit Leinöl bestreichen.
Jetzt gibt’s aber erst mal einen Tee!

Post Scriptum: Ich muss noch etwas warten, bis ich wirklich darüber schreiben kann, was mich seit Mai beschäftigt und mir eine Krankschreibung eingebracht hat. Noch ein paar Tage, dann ist aber endlich(!) alles geklärt.

Leben

B.A.

17. Juni 2014

…Nur langsam kommt es bei mir an. Die Tatsache, dass ich fertig bin. Am Freitag gebe ich mein Baby ab und ich glaube, dann erst werde ich es richtig realisieren.