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Winterbaby

Wochenende in Bildern 07./08. Januar

So langsam, gaaanz langsam kehrt hier ein bisschen was wie ein neuer Alltag ein (zumindest, so lange der Liebste noch zu Hause ist) und so komme ich wohl tatsächlich mal wieder dazu, ein Wochenende in Bildern zu verbloggen und dann, wie alle anderen auch, bei Susanne zu verlinken.
Natürlich ist das Wochenende ganz voll mit dem Winterbaby, das so wunderbar geduldig mit uns ist und immer ganz genau zeigt, was es mag und was nicht (nur das auch zu Erkennen üben wir noch)


Samstag

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…Eigentlich wollte ich mir das Winterbaby nach dem Aufstehen ins Tragetuch binden. Dafür habe ich es kurz in meinem Bademantel in den Stubenwagen gelegt. Es dauert nicht lange (nicht einmal so lange wie ich brauche, um das Tuch zu binden), da schläft es friedlich. Also hole ich mir eine Wolldecke und kuschele mich daneben in den Sessel. Dem Liebsten gönne ich noch etwas Schlaf, den hat er sich definitiv verdient.

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Als er aufsteht und das Winterbaby übernimmt (dieses Mal aber wirklich im Tuch), spüle ich schnell ein bisschen und sterilisiere die Fläschchen, damit wir für den Tag gerüstet sind. Außerdem heize ich den Ofen für die Frühstücksbrötchen vor.

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Vormittags hat das Winterbaby eine längere Schlafphase und so frühstücken wir ganz gemütlich und in Ruhe und haben ganz viel Zeit, uns zu unterhalten und den heutigen Tag ein bisschen zu planen.

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Nachmittags ein ähnliches Bild: Mein Vater kommt mit seiner Frau und ihrer Tochter zu Besuch. Wir sitzen zusammen, unterhalten uns und das Winterbaby verschläft fast alles. Nach einer guten Stunde wacht es auf, ich füttere es und dann darf der stolze Opa sein erstes Enkelkind natürlich auch endlich mal in den Arm nehmen. Nach dem Besuch merke ich, wie erschöpft ich bin. Mal wieder freue ich mich darüber, dass der Liebste mein Wochenbett bisher so streng behütet und auf mich aufgepasst hat. In den ersten zwei Wochen war nur meine Mama ab und zu mal kurz da (meist mit etwas zu Essen für uns <3), sonst haben wir Besuch bisher ferngehalten.

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Den Abend lassen wir entspannt auf dem Sofa ausklingen, der Liebste kocht uns etwas leckeres und wir schauen noch ein paar Folgen einer Serie. Während Mann und Baby schon mal ins Bett gehen, räume ich noch ein bisschen auf und komme dann nach.

Sonntag

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Die Nacht war leider recht anstrengend – das arme Winterbaby kam nicht zur Ruhe, ist häufiger hochgeschreckt und der Liebste hat sie lange durch den Fuchsbau getragen. Trotzdem lässt er (der Beste!) mich ausschlafen und bereitet schon das Frühstück vor, sodass ich vom Geräusch des Kaffeemahlens erwache. Ich schnappe mir derweil das Winterbaby zum Kuscheln und Füttern.

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Nachdem das Winterbaby soweit zufrieden ist, packe ich es mir in das Tragetuch, wo es schnell einschläft. Das ist immer wieder so schön und ich bin froh darüber, dass wir kurz vor der Geburt doch noch zwei Tücher erstanden und nicht damit gewartet haben.

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Der Liebste hat Waffeln gemacht; so ein Frühstück nach einer anstrengenden Nacht tut auf jeden Fall ziemlich gut und wir genießen die Zeit.

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Der Tag trödelt so vor sich hin und nach einer weiteren Mahlzeit schnappe ich mir das Winterbaby und meine Mama, für den ersten Spaziergang im Kinderwagen. Das Baby findet alles ganz furchtbar interessant; kurz vor dem Rückweg drückt dann aber doch die volle Windel und ich trage es die letzten Meter bis nach Hause.

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Bei meiner Mama gibt es Kakao und Apfelkuchen, genau richtig an so einem grauen, nasskalten Tag. Wir sitzen gemütlich beisammen und unterhalten uns. Wie schön es sich anfühlt, dass nach zwei Wochen langsam so etwas wie eine neue Normalität einkehrt. Besonders die ersten Tage nur zu Hause haben mich ganz unruhig und unzufrieden gemacht.

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Wieder im Fuchsbau nehme ich eine lange, entspannte Dusche. Diese Zeit tut mir richtig gut und hinterher bin ich so wunderbar müde-entspannt.
Nun werden der Liebste und ich es uns mit Katze und Baby auf dem Sofa gemütlich machen und dann mal schauen, wie die kommende Nacht wird. So Schübe sind schon echt total doof und ich bin einmal mehr froh, dass ich so einen tollen Mann an meiner Seite habe, der mich wundervoll unterstützt.

Veränderungen III

Langsam aber sicher neigt sich die Schwangerschaft mit dem Winterbaby dem Ende zu. Immer öfter frage ich mich, wer da wohl bald bei uns sein wird – was für ein Mensch ist das wohl? Nun, nach so vielen Wochen, kann ich sagen, dass sich bewahrheitet hat, was ich immer wieder gelesen aber doch nicht wirklich gedacht hätte: die bisherigen Veränderungen betrafen nicht nur den Liebsten und mich, meinen Körper, oder auch den Fuchsbau.
Auch Freundschaften haben sich verändert, ebenso Beziehungen zur weiteren Familie. Mit manchem hätte ich nie gerechnet – ich wurde sowohl positiv, als auch negativ überrascht.
Sicherlich liegt es an anderen Prioritäten, denn was bei mir sicherlich nicht so war ist, dass es kein anderes Thema mehr gegeben hätte. Ich war und bin ein Mensch, der gern erzählt – aber nicht, wenn kein Interesse zurückkommt. Ich habe immer wieder gern erzählt wie es ist, wie es mir geht, was so passiert. Kamen aber keine Nachfragen (und das war sowohl familiär, als auch in zum Teil langjährigen Freundschaften der Fall), hörte ich auf damit. Ich möchte gewiss niemanden langweilen und kann sehr gut verstehen, dass es andere, spannendere Themen gibt. Dann waren da meine lange, sehr schlimme Übelkeit und die Tatsache, dass ich einfach Prioritäten setzen musste. Ruhe und Entspannung waren wichtiger als Treffen oder Neuigkeitenaustausch.
Und als das endlich geschafft war, musste ich mich erst einmal neu sortieren und positionieren.

Familie

Die Verkündung meiner Schwangerschaft wurde glücklicherweise von allen Familienmitgliedern (Eltern, Geschwister, Tanten und Onkel, Großeltern, …) durchweg positiv aufgenommen. Dann jedoch geschah etwas interessantes: während manche Familienmitglieder plötzlich viel mehr Interesse an unserem Leben zeigten, sich gerne nach der Schwangerschaft erkundigten und Hilfe anboten, kam von anderen – gar nichts.
Das fanden wir an sich gar nicht schlimm, denn zum einen bin ich immer für Ehrlichkeit (und wenn kein Interesse da ist, kann ich das durchaus verstehen) und zum anderen war ich (bedingt durch die schlimme Übelkeit) die ersten Monate sowieso nicht in der Lage, mich groß darum zu kümmern.
Meine Mama war wohl diejenige, die am unaufdringlichsten und zugleich doch immer am präsentesten war. Sie fragte nach, interessierte sich, hörte zu – jedoch ohne mich oder den Liebsten auszufragen. Wir unterhielten uns einfach gut. Die Eltern des Liebsten waren sehr interessiert und – trotz weiter Anreise und meist wenig Zeit – mehrmals zu Besuch, riefen oft an und unterstützten uns auch finanziell, sodass wir uns den ein oder anderen Wunsch für das Winterbaby erfüllen konnten. Auch zu weiter entfernten Familienmitgliedern wurde der Kontakt wieder reger, viele schauten selbst noch einmal im Keller oder auf dem Dachboden nach Babysachen und so kamen wir zu dem ein oder anderen schönen Stück und mussten nur wenig neu (und selbst) kaufen.
Wie es da im Einzelnen weitergeht, wenn das Winterbaby da ist, darauf bin ich auf jeden Fall gespannt.

Freunde

Ich dachte immer, dass Freundschaften – die vielleicht doch keine, oder nicht so tiefe waren, wie gedacht – am ehesten zerberechen, wenn das Winterbaby da ist und plötzlich Themen für mich relevant und am allerwichtigsten werden, die sonst niemanden betreffen. In meinem engeren Freundeskreis bin ich die erste Schwangere, im etwas weiteren Freundeskreis die zweite. Ich stellte mich innerlich darauf ein wie es sein würde, wenn da ein Mensch wäre, der für mich so faszinierend und so wichtig sein würde, dass ich alles andere darüber vergessen oder als unwichtig abtun würde.
Womit ist nicht gerechnet hatte: Schon vorher „verabschiedeten“ sich Freunde von mir – manche mit Ausreden, manche mit dem Versprechen, sich bald wieder zu melden, manche wortlos. Das tut mir immer mal wieder weh, wenn ich darüber nachdenke. Diese Menschen waren nicht umsonst wichtig für mich und ich habe viel mit ihnen geteilt. Ich hätte mir gewünscht, sie an meiner Seite zu wissen und ihnen das erste Bild meines Kindes schicken zu dürfen. Betrachte ich es rational, so bin ich sehr froh darum, dass sich diese Personen früher verabschiedet haben und nicht erst, wenn ich womöglich ohnehin gerade total emotional im Wochenbett bin und sich liebe Freunde plötzlich nicht mehr bei mir melden.
Trotzdem kann ich es nicht verstehen – besonders nicht bei jenen, die mir noch ein lapidares „Bis bald“ oder „wir bleiben in Kontakt“ zuwarfen. Mich befremdet es hin und wieder, zu wissen, dass es da (ehemalige) Freunde gibt, die mir auf sozialen Kanälen folgen, ohne aber mit mir persönlich zu interagieren. So ein Verhalten finde ich ziemlich merkwürdig, erkläre es mir inzwischen aber einfach mit Neugier – was jedoch nicht mit Interesse an mir zu verwechseln ist!

Den negativen Entwicklungen möchte ich aber eigentlich gar nicht so viel Beachtung schenken (zumal das hier auch keine Abrechnung oder ähnliches sein soll) – viel wichtiger ist es mir festzuhalten, dass es Freundschaften gibt, die so sehr an Tiefe gewonnen haben, dass ich immer noch darüber staune.
Gerade eine Freundin, die mir zwar schon lange die liebste und nächste war, aber auch so ein ganz anderes Leben führt als ich, hat mich mit ihrem ehrlichen Interesse und ihrer großen Anteilnahme sehr be- und gerührt. Für eine Nacht ist sie vorbeigekommen, damit wir uns vor der Geburt des Winterbabys auf jeden Fall noch einmal sehen. Wir hatten zwei großartige Tage gemeinsam, haben so viel geredet, dass ich hinterher fast keine Stimme mehr hatte und sind uns dadurch noch näher als zuvor. Uns verbindet ganz viel, wir sind uns sehr ähnlich und bei manchem doch ganz verschieden. Bei uns stimmt die Chemie und ich habe da auch gar keine Angst, dass sich die Freundschaft auseinander entwickeln könnte, wenn das Baby erst einmal da ist. Wir werden unseren gemeinsamen Weg finden.
Dann ist da noch der beste Studienfreund des Liebsten und mir, der uns im Sommer besuchen kam und einfach immer da ist. Wir müssen nicht ständig Kontakt halten, denn sobald wir uns sehen, ist alles wie immer. Er ist einer der verständnisvollsten und nettesten Menschen, die ich kenne. Ich weiß genau, wenn der Liebste und ich ihn bräuchten, stünde er in ein paar Stunden auf der Matte. Nach gemeinsamen Seminaren, Umzügen, Hochs und Tiefs ist er verlässlich für uns beide da.
Außerdem gab es auch Freundschaften, die neu belebt wurden. Das durfte ich gerade erst erleben, als der Liebste und ich in Berlin waren und unsere Theaterfreunde besuchten. Wir hatten uns – glaube ich – drei Jahre nicht gesehen und mir war schon etwas mulmig, wie sie wohl auf einen Überraschungsbesuch reagieren würden. Tatsächlich hatten wir dann aber so viel Spaß und saßen noch stundenlang zusammen. Wir tauschten uns aus, redeten, erinnerten uns gemeinsam und schafften eine neue, wundervolle Erinnerung.

Wenn ich an all das Schöne denke, wird mir ganz warm ums Herz und ich freue mich auf die Zeit, die kommen wird. Da sind Familie und Freunde, die immer da waren. Manche sind etwas nähergerückt. Und ein paar neue Freundschaften entstehen gerade, ganz langsam. Mit Gleichgesinnten. Und das ist so schön!

Veränderungen II

Ein bisschen was über die Schwangerschaft mit dem Winterbaby habe ich ja bereits geschrieben – heute geht es mir aber mehr darum, wie sich eigentlich der Fuchsbau in der Zwischenzeit verändert hat.

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Momentan sieht es normalerweise noch nicht so aus, als wohnte hier bald jemand mit uns – zumindest in Flur, Küche und Wohnbereich. Natürlich haben wir schon einiges angeschafft, doch so viele Dinge für das alltägliche Wohnen brauchen wir eigentlich gar nicht.
Der einzige Raum, der sich (vor allem am letzten Wochenende) schon sehr verändert hat, ist das Schlafzimmer. Das Winterbaby wird erst einmal mit uns im Familienbett schlafen; immerhin haben wir inzwischen ein 2×2 Meter großes Bett mit durchgängiger Matratze. Dazu passend haben wir einen Rausfallschutz und ein dünnes, schlichtes Baumwollnestchen gekauft, damit es im Winter an der Seite nicht so zieht. Beides bringen wir dann wohl Ende November an, wenn wir uns mehr und mehr auf die Geburt einstimmen.
Gegenüber unseres Bettes hat sich hingegegn ganz viel getan, hier sind Schrank, Regal und Hocker gewichen und haben Platz gemacht für ein paar andere Möbel.

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Nachdem der Liebste und ich schon vor einiger Zeit eine gebrauchte Wickelkommode erstanden hatten und nun auch endlich die wunderschöne Wickelauflage von Kraftkids bei uns eingezogen ist, hatten wir eine Zeit lang so ein bisschen provisorisch ein Billy-Regal und ein Wandregal dazu angebracht.
Das gefiel mir schnell nicht mehr, aber so eine richtige Idee hatte ich auch noch nicht… Bis ich dann bei meinem Lieblingströdler einen wunderschönen, nicht zu tiefen Schrank fand, den ich mir sofort perfekt als Wäscheschrank für das Winterbaby vorstellen konnte. Er war ziemlich gebraucht, ein Scharnier musste neu angebracht und der alte, inzwischen gelbliche Stoff im Inneren entfernt werden, aber ich zeigte ihn dem Liebsten und ein paar Tage später holten wir ihn tatsächlich ab.
Da ich kein passendes kleines Regal finden konnte, um die Lücke hinter der Wickelkommode zu schließen, beschloss ist außerdem, einfach selbst eines zu bauen – sooo schwer konnte das ja nicht sein. Am letzten Wochenende war es dann soweit, ich nahm mir beide Tage Zeit und werkelte an den verschiedenen Stücken herum, bis mir alles gefiel. Nun passt es wunderbar in unser Schlafzimmer, keines der Stücke ist zu wuchtig und die Möbel sind so ruhig, wie ich es gern mag und zum Schlafen auch brauche. (Zwar mag ich unbehandeltes Holz sehr gern, die verschiedenen Töne (gerade bei gealterten Möbeln) sind mir aber oft zu unruhig und passen dann für mich schnell nicht mehr ins Konzept eines Raumes.)
Zwischendurch habe ich immer mal wieder Bilder vom Prozess gemacht:

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Und das Ergebnis sieht nun so aus und macht mich sehr, sehr glücklich:

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Besonders gefällt mir auch die kleine Salzsteinlampe, ein Mitbringsel aus Berchtesgaden. Sie spendet warmes, gerade richtig helles Licht und ist besonders nachts sehr gemütlich und nicht so störend, wie andere Lampen.
Im Schrank befinden sich nun die Kleidungsstücke des Winterbabys (auf dem untersten Regalbrett auch schon in der nächsten Größe), außerdem momentan noch die Babydecke, das Handtuch und ein paar andere Dinge, die bisher natürlich noch nicht gebraucht werden. In der Wickelkommode selbst können wir dann die Windeln aufbewahren und ins Regal kommt alles, an das man schnell heranmöchte.
Ein schöner Nebeneffekt ist auch, dass ich für mein altes  und vor langem erstandenes Apothekerschränkchen ebenfalls eine Idee bekommen habe, wofür ich es nutzen kann: Es bewahrt nun, neben dem Spiegel befestigt, meine Parfums und mein Deo auf, außerdem hat mein Schmuck wieder einen schönen Platz bekommen.

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Fehlt eigentlich nicht mehr viel: Die Bilder werden noch umgehangen, damit die Wärmelampe ihren Platz finden kann und ich glaube, dann ist der Wickelplatz wirklich (erst einmal) fertig.

 

Veränderungen I

Ach, was hatte ich nicht alles geplant – wie viele Einträge wollte ich schreiben über die Schwangerschaft mit dem Winterbaby… Doch irgendwie war immer was (Übelkeit, Rückenschmerzen, Sodbrennen, Symphysenlockerung, …) und ich verbringe seit März sehr wenig Zeit am PC, da es mir einfach nicht (mehr) so gut tut. Stattdessen versuche ich, mich mehr zu bewegen, gerade jetzt im Herbst liebe ich es, draußen zu sein. Und natürlich gibt es auch im Fuchsbau immer etwas zu tun.
Hinzu kommt, dass durch meine Fehlgeburt Anfang des Jahres immer ein bisschen die Sorge über mir schwebte, wie lange das Winterbaby bei uns bleiben würde. Doch die längste Zeit trage ich es nun unter dem Herzen, es strampelt und stupst jeden Tag und so sind der Liebste und ich eigentlich nur noch neugierig, wer da ab Ende des Jahres bei uns leben wird.
In meinem Kopf war Schwanger sein immer etwas schönes, entspanntes… Tja, nicht so bei mir (und vielen anderen, wie ich mit der Zeit herausgefunden habe). Mein Körper veränderte sich, zeigte mir sehr deutlich, was nicht mehr ging und ich hatte lange daran zu knabbern, dass ich im Grunde genommen keinen oder kaum Einfluss darauf habe, was in mir passiert. Inzwischen kann ich das gut annehmen und habe auch meine Wege gefunden (Yoga hilft mir sehr gut dabei), aber so eine rosarote Schwangerschaft, damit kann ich nicht dienen. Natürlich weiß ich schon jetzt, dass das Winterbaby alle Mühen wert ist und ich bin voller Neugier und Vorfreude auf diesen kleinen Menschen – aber ich denke nicht, dass ich der Schwangerschaft hinterhertrauern werde, wie es andere tun.
Um die Schwangerschaft nun aber nicht komplett lautlos am Blog vorüberziehen zu lassen (und vielleicht doch wieder in die Laune zu kommen, mehr zu schreiben), fange ich nun einfach mal an und schreibe einen „Rundumeintrag“ über die ersten 30 Wochen – allerdings mit Hilfe meines Kalenders, denn mein Gedächtnis ist derzeit nicht das Beste.

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Woche 1-10

Zu uns gekommen ist das Winterbaby (um das mal so poetisch auszudrücken ;)), wie könnte es anders sein, in der Stadt, in welcher der Liebste und ich uns kennen- und lieben lernten. Wir waren zu einer Tagung in Potsdam und hatten dort eine wirklich wunderschöne Zeit.
Danach bemühte ich mich um Geduld, denn ich wusste ja gar nicht, wie mein Körper wohl nach der Ausschabung reagieren würde, wann sich alles wieder eingependelt hätte. Die Wochen vergingen und ich hatte da so eine leise Ahnung, sagte aber nichts davon und lenkte mich ab – bis zur 5. Woche.
Anfang dieser Woche war mir schrecklich übel, ich fühlte mich, als habe ich eine Magen-Darm-Grippe. So ging ich zu meinem Hausarzt, der (wie es ja oft so ist) kurz nachfragte, ob ich eine Schwangerschaft ausschließen könne. Hmm, nein. Das konnte ich tatsächlich nicht. Nachdem ich wieder zu Hause war, rief ich meinen Frauenarzt an und machte gleich einen Termin für Ende der Woche aus – ich sagte noch immer niemandem etwas davon, denn die Angst vor einer Enttäuschung und vor einem erneuten Verlust in mir war noch viel zu groß.
Drei Tage vor unserem Urlaub sah ich dann dieses kleine Würmchen, mit festem Herzschlag. Dem Liebsten erzählte ich es, sobald er von der Arbeit nach Hause kam, der Rest sollte noch nichts erfahren.
Leider sollte mir die Übelkeit noch lange Zeit erhalten bleiben, aber erst einmal stand unser Urlaub an. In diesem hatte ich aber stressbedingt (aufgebrochenes Auto, geklaute Sachen, ein Ferienhaus ohne Heizung und fließendes Wasser, …) kaum Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, was wohl auch besser so war. Wir verkürzten den Urlaub um eine Woche und kaum zu Hause, wurde die Übelkeit wieder unerträglich, sodass ich mehrmals krankgeschrieben werden musste.

Woche 11-20

Ich probierte so ziemlich alles an Hausmitteln aus, befragte meine Hebamme, meinen Frauenarzt, las alle möglichen Artikel im Internet. An manchen Tagen war es besser, an anderen so schlimm, dass ich mich stündlich übergeben musste und entweder auf dem Sofa oder im Bett lag. Während all dieser Wochen kümmerte der Liebste sich um mich, die Katze und den Haushalt. Ich durfte mich (wenn auch mit schlechtem Gewissen) ganz auf mich konzentrieren und lernte mit der Zeit, was mir guttat – auch wenn sich das vom einen Augenblick zum anderen ändern konnte – und was nicht.
Irgendwie schaffte ich es trotzdem, den 30. Geburtstag des Liebsten zu organisieren und ihm einen schönen Tag zu machen. Glücklicherweise ging es mir an diesem Wochenende insgesamt etwas besser und so konnten wir es auch endlich den Familien sagen, die sich sehr mit uns freuten.
In der 14. Woche war es dann so weit, die Übelkeit war mit voller Wucht zurück und ich wurde in die Tagesklinik überwiesen, wo ich eine Infusion bekam, da ich nicht mehr konnte und kaum noch Kraft hatte. Die bescherte mir endlich zwei fast normale Wochen, in denen wir dann auch das Erstgespräch im Geburtshaus (unserem Wunschort für die Geburt) hatten und mal wieder etwas unternehmen konnten. Während all dieser Zeit war ich krankgeschrieben und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Umso leichter wurde mein Herz, als mein Frauenarzt mir schließlich ein Beschäftigungsverbot aussprach. Ich würde Pausen machen und Essen können, ganz wie mein Körper es mir zeigte. An der Arbeit wären Pausen nicht ohne weiteres möglich gewesen und ich spürte, wie mir ein großer Stein vom Herzen fiel, auch wenn ich in den ersten Wochen sehr mit meinem schlechten Gewissen kämpfte. Meine Vorgesetzte und auch die anderen Mitarbeiter_innen waren aber ganz toll und unterstützten mich von Anfang an.
Endlich ließ auch die Übelkeit mehr und mehr nach und momentan kann ich sagen, dass die Erinnerung daran glücklicherweise schnell verblasst ist, auch wenn es immer noch Lebensmittel gibt, die ich konsequent vermeide, weil ich nicht einmal den Geruch ertragen kann.
Die Übelkeit wurde sehr schnell von schlimmen Rückenschmerzen abgelöst, bei denen ich weder gut sitzen, noch laufen, noch liegen konnte. Glücklicherweise hatten wir uns beim Umzug in den Fuchsbau im letzten Jahr eine richtig gute Matratze geleistet, die mir auch wirklich sehr hilft. Inzwischen habe ich noch andere Helferlein (Stillkissen, kleines Kissen für den Bauch) und es geht wieder besser – dabei half mir sicherlich auch der tolle Yoga-Kurs für Schwangere, denn endlich fühlte ich mich wieder beweglich(er).
Seit der 17. Woche habe ich nun noch sehr gemeines Sodbrennen bekommen und an den meisten Tagen half leider gar nichts. Auch hier habe ich sämtliche Hausmittel ausprobiert – und war einmal mehr froh darum, durch das Beschäftigungsverbot ganz nach meinem Bauch essen und leben zu können und viele kleine Pausen und Bewegung einzubauen.

Woche 21-30

Das Winterbaby entwickelte sich unterdessen ganz wunderbar und jede der drei Ultraschall-Untersuchungen war entspannt und schön. Dazu trug allerdings auch mein Frauenarzt wesentlich bei, der einfach ein ganz entspannter Mensch ist, sehr unaufgeregt und dafür nach wie vor bei jeder Schwangerschaft total begeistert von dem, was der Körper da leistet. Er erklärte uns alles ganz genau, nahm unsere Sorgen ernst und bestärkte uns immer wieder in etwaigen Entscheidungen.
Langsam wurden die Untersuchungen bei ihm dann von Untersuchungen im Geburtshaus abgelöst (das er mit aufgebaut hat <3) und auch die Hebammen dort waren einfach klasse, nahmen sich ganz viel Zeit und konnten noch den ein oder anderen Tipp geben.
Ich lernte nach und nach, mit dem Sodbrennen besser umzugehen und weiß jetzt auch, wann Ruhe besser ist und wann Bewegung. Zudem habe ich (auch nach einem Tipp) mal Heilerde ausprobiert, was bei mir wirklich fabelhaft funktioniert. Die Beschwerden verschwinden komplett oder doch zumindest fast. Ich habe wieder so etwas wie einen Tagesablauf und an den Wochenenden auch noch genug Energie für Unternehmungen mit dem Liebsten.
Auch der Geburtsvorbereitungskurs war ein echter Glücksgriff, wir sind eine tolle, harmonische Gruppe und die Hebamme ist ganz wunderbar. Sie nimmt sich so viel Zeit, geht auf alle Fragen ein, kann gut erklären, ohne Angst zu machen und ist noch dazu total witzig.
Einen kleinen Rückschlag gab es nochmal vor zwei Wochen, als ich abends nach dem Abendessen plötzlich kaum vor Schmerzen aufstehen konnte. Ich humpelte ins Bett, brachte das Wochenende irgendwie rum und fuhr am Montag gleich in die Frauenarztpraxis – Symphysenlockerung, kurz vor dem Urlaub. Super. Glücklicherweise habe ich wohl sehr schnell und früh reagiert und der Symphysengurt, den ich nun täglich mehrere Stunden trage, hilft mir richtig gut. Außerdem pausiere ich beim Yoga zwei Wochen und achte ziemlich genau darauf, wie ich mich bewege. Hoffentlich bessert sich das schnell, momentan habe ich kaum Schmerzen, wenn ich nicht zu lange sitze.


Seit einigen Wochen liest der Liebste mir (okay, eigentlich dem Winterbaby) jeden Abend etwas vor und es ist so toll zu sehen, dass es auch auf seine Berührungen reagiert. Abends bewegt es sich ganz viel und ich bekomme auch öfter mal einen Tritt ab – es dreht sich gerne rundherum, glaube ich.
Auch mit den Veränderungen meines Körpers komme ich langsam geistig hinterhet und so habe ich einfach wieder ein bisschen mehr zu mir gefunden. Überhaupt fühle ich mich meistens ziemlich „in meiner Mitte“, nachdem ich mir am Anfang viele Gedanken, vor allem über Freundschaften und Beziehungen gemacht habe. Das ist aber wohl eher Stoff für einen eigenen Eintrag.

Hach, oft kann ich es kaum erwarten, zu erfahren, wer da zu uns kommt – dann wieder möchte ich am liebsten die Zeit anhalten, weil ich Angst habe, dass wir das alles nicht schaffen. Ich bin mir aber ganz sicher, dass sich alles einspielen wird, immerhin habe ich den allerbesten, fürsorglichsten und liebevollsten Partner, den ich mir wünschen kann.