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Leben

05. August 2016

5. August 2016

Frau Brüllen fragt „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und ich antworte gern. Das letzte Mal habe ich im März mitgemacht. Dazwischen habe ich zwar oft daran gedacht, doch entweder geschah nichts aufregendes oder ich hatte keine Zeit (und Lust), um meinen Tag festzuhalten. Heute ist zwar auch nichts großartiges geplant, aber da ich in dieser Woche Urlaub habe, nehme ich mir trotzdem gern die Zeit, um von meinem alltäglichen Urlaubstag zu berichten.

Der Morgen beginnt ziemlich entspannt und mit überraschend gutem Wetter. Nachdem es gestern und vorgestern meist geregnet hat und – wenn es gerade mal nicht regnete – ziemlich bewölkt war, scheint heute die Sonne, als ich um halb neun erwache. Ich fühle mich irgendwie gerädert, obwohl die Nacht an sich gut war (nur einmal aufgewacht, nicht zu viel seltsames geträumt). Vielleicht liegt es daran, dass die Katze momentan wieder häufig nachts an der Tür kratzt.
Sie darf nicht bei uns im Schlafzimmer sein, da ich ziemlich schlimm Heuschnupfen habe und mich ein wenig davon fürchte, irgendwann auch auf die Katze allergisch zu reagieren (positiv getestet bin ich, bisher ist nur nicht wirklich was aufgetreten). Seitdem wir hier wohnen, durfte die Katze nicht eine Nacht bei uns verbringen – trotzdem verhält sie sich immer mal wieder so, als hätten wir sie ganz überraschend ausgesperrt. Im Augenblick will sie aber eigentlich nicht zu uns, sondern bloß Futter haben…
Ich kuschel mich nochmal ein wenig ein und stehe schließlich auf, um neben dem schlafenden Liebsten die Wäsche von gestern zusammenzulegen (und dann meinen Teil wegzuräumen). Dann gibt es endlich Frühstück, fast ganz in Ruhe, nur mit Radio und nölender Katze. Endlich fällt mir der große Topf auf dem Herd wieder auf: Ich wollte gestern schon Erdbeermarmelade kochen und habe die Erdbeeren bereits aufgetaut. Gestern habe ich es nicht mehr geschafft, also heute! Ich bereite Gläser und Deckel vor, die Kelle, Gelierzucker und den Trichter. Dann kommt die sprudelnde Masse in die Gläser und darf abkühlen. Hmm, endlich wieder frische Marmelade! Meine Rechnung aus dem letzten Jahr ist ziemlich gut aufgegangen, ein paar Gläser sind noch übrig (hauptsächlich Brombeere) und so müssen wir gar keine fertige Marmelade mehr kaufen. Selbst gepflückt und dann eingekocht ist auch irgendwie schöner und schmeckt viel besser.
Nachdem die Küche von der gröbsten Schweinerei befreit ist (wieso spritzt das eigentlich immer überall hin?) widme ich mich mal wieder meinen Emails. Ich habe (inzwischen nur noch) drei Postfächer, die ich aber nicht wirklich gern aufräume, sodass da alles durcheinander ist. Momentan räume ich mal wieder sehr gern auf, also sind auch die Emails dran. Sortieren, in neue Ordner verschieben, löschen… Nur zum Beantworten komme ich derzeit nicht, aber das hole ich dann endlich nächste Woche nach.
Mittags gibt es bei uns Reis mit Paprikagemüse – eines meiner Lieblingsessen, besonders wenn das Wetter so ist, wie jetzt gerade: Von Sonnenschein keine Spur mehr, stattdessen wieder Wolken und Vorherbst. Ich muss ja gestehen, dass ich das total gern mag. Ich bin eben doch ein Herbstmädchen und sehne mich schon danach, dass sich die Blätter färben und es kühler wird. Hachja.
Nach dem Mittagessen dann die Entdeckung: Die Katze hat den Kuchen angenagt, den ich gestern gebacken habe. Ich buk ihn schon gestern, da er in Ruhe durchziehen sollte; meine Mama feiert heute ihren Geburtstag nach. Super. Ich bin schlecht gelaunt und überlege, welchen Kuchen ich denn jetzt stattdessen backen kann – er darf nicht zu lang dauern und sollte nicht durchziehen müssen.
Dem herbstlichen Wetter ist es geschuldet, dass ich mich für einen Apfel-Brombeer-Kuchen mit Muscovado-Zucker entscheide. Mhh, das wird gut!
Während der Liebste noch schnell Äpfel kaufen geht, will ich eigentlich schon mal den Teig vorbereiten. Eigentlich, weil ich auf mein Handy sehe und einen ANruf in Abwesenheit bemerke. Es ist der Teamleiter einer Stelle, die momentan im Unternehmen ausgeschrieben ist. Eigentlich wollte ich mich aus diversen Gründen nicht darauf bewerben… Nun rufe ich ihn zurück und kann es kaum fassen: Er fordert mich auf, mich auf die Stelle zu bewerben. Wir unterhalten uns lange und ich bin ganz platt, dass er sich so eine Mühe macht. Die Stelle klingt tatsächlich gut und der persönliche Grund, aus dem ich mich nicht bewerben wollte, wird von ihm nachhaltig ausgeräumt. Schließlich sagt er den entscheidenden Satz: „Ich fände es fatal, wenn Sie sich auf die Stelle nicht einmal bewerben würden!“ Gut, bewerbe ich mich also am Wochenende mal!
Als der Liebste wiederkommt, muss ich ihm gleich erst mal davon erzählen, während ich den Teig vorbereite und er Äpfel schält und schneidet. Wir schütteln beide den Kopf, auch wenn es sich gut anfühlt, so „gefragt“ zu sein. Wo gibt es sowas schon?
Der Kuchen backt im Ofen und ich sortiere erst einmal meine Gedanken und höre Musik.

[Fortsetzung folgt. Lustigerweise nach einer unerwartet langen (oder kurzen?) Nacht erst heute, am Samstagvormittag um viertel vor zwölf.]

Der Kuchen scheint fertig zu sein und duftet wunderbar, als er aus dem Ofen kommt. Während er abkühlt, ziehe ich mich um und beschließe, mal wieder eine neue Frisur auszuprobieren. Meine Haare reichen inzwischen bis knapp über die Schultern und besonders 40er-Jahre-Frisuren haben es mir gerade angetan.
Dann schaue ich mir den Kuchen nochmal genauer an: In der Mitte ist er noch flüssig. Das kann doch nicht wahr sein! Also Ofen wieder an, Kuchen hinein. Der Liebste beschließt, auf den Kuchen zu warten, damit ich schon mal zu meiner Mama gehen kann. Eine Viertelstunde später trifft auch er ein und dann sitzen wir mit Freunden zusammen und haben einen wunderbaren Abend.
Schließlich sind wir nur noch zu viert und unterhalten uns über alles mögliche; vegan leben, Rassismus, Ableismus, Sexismus, … Alle Themen, die mich immer wieder beschäftigen und mit denen ich mich gern und viel auseinandersetze, sind präsent. Irgendwann sind wir aber alle ziemlich müde und so gehen der Liebste und ich um halb vier nach Hause – für den Geburtstag meines Opas am Samstag habe ich nämlich ebenfalls einen Kuchen versprochen und der muss nun noch gebacken werden. Es wird ein Käsekuchen, bei dem ich jedoch nicht mehr erlebe, wie er fertig wird.
Ich darf nämlich ins Bett gehen, während der Liebste sich darum kümmert.
Ziemlich müde schlafe ich ziemlich schnell (und mit rauhem Hals) ein.

Leben

05. März 2016

6. März 2016

Frau Brüllen fragt „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und ich antworte gern – wenn auch einen Tag später.

Es ist Samstag, Zeit zum ausschlafen… eigentlich. Stattdessen erwache ich um 7.51 Uhr und fühle mich ziemlich wach. Ein Blick hinüber zum Liebsten: Auch er schlägt gerade die Augen auf. Wir beraten uns kurz, sollen wir uns nochmal rumdrehen oder lieber aufstehen? Wir entschließen uns dazu, noch ein halbes Stünchen zu vertrödeln und dann den Tag zu nutzen und aufzustehen. Um 9.00 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und freuen uns nochmal darüber, dass wir früher als sonst aufgestanden sind. Am Vormittag steht noch ein bisschen was an und so haben wir entspannt Zeit dafür. Gegen 10.00 Uhr brechen wir auf und fahren zum Lieblingströdler, der zum Glück nicht weit entfernt ist. Am Dienstag habe ich dort einen Schrank gesehen, den ich mir ganz wunderbar in unserem Flur vorstellen kann.
Der Flur war bisher eher ein bisschen vernachlässigt, zwar nicht hässlich oder unschön, aber auch ohne viel Liebe zum Detail und ziemlich zweckmäßig. Der neue, tolle Schrank soll eine Veränderung einläuten! Er ist knapp 1,85m groß, ziemlich tief und fasst sicher viel Kram. Noch dazu ist er alt und wunderbar weiß lackiert, unten hat er eine Schublade. Beim Trödler überlegen wir: Wie sollen wir den wohl ins Auto bekommen? Zusammen schleppen wir ihn erst einmal bis zum Kofferraum und schauen dann. Irgendwie klappt es tatsächlich, der Kofferraum steht nur ein kleines bisschen auf und es ist ein leichtes, ihn zuzubinden. Sogar der Liebste und ich finden im Auto noch Platz und so geht es schnell nach Hause. Dort dann das nächste Problem: Das enge Treppenhaus… Der Schrank passt wirklich gerade so und mit viel Umgreifen durch das Treppenhaus. Ein Glück, dass wir inzwischen im ersten Stock wohnen und nicht mehr – wie in Berlin – im dritten Stock eines Altbaus. Um 11.00 Uhr steht der Schrank im Flur und sieht einfach nur wunderbar aus. Direkt danach geht es für uns weiter, im Baumarkt wollen wir Regalbretter zurechtsägen lassen und ein paar Kisten zur Aufbewahrung hätte ich auch noch gern. Zwischendurch kommt die Wäsche in den Trockner und wir schauen eben bei meiner Mama vorbei, die uns vorschlägt, für den Abend Ravioli zu machen. Mhh, wer würde da Nein sagen?
Im Baumarkt müssen wir einige Zeit warten, doch dafür haben wir anschließend vier wunderbar gleichgroße Regalbretter. Kisten gibt’s dort nicht (zumindest keine, die schön und nicht zu teuer sind), aber während wir noch ein paar Dinge einkaufen finden wir auch welche, die uns gefallen. Zu Hause heißt es dann also Schrank ausstaubsaugen, einmal auswischen und dann einräumen. Schals, Mützen, Handschuhe, Schlüssel, aber auch Vasen und Taschen finden einen Platz und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun werden noch ein paar Möbel aus den anderen Zimmern getauscht und dann passt auch alles. Im Büro haben wir jetzt wieder einen gemütlichen Sessel stehen (stand im Schlafzimmer), im Flur steht ein kleines Billy-Regal für meine Schuhe (stand im Büro) und in der Küche steht eine Glasvitrine (stand im Flur). Ich liebe es ja, Dinge umzustellen, dabei aufzuräumen und auszumisten. Und als ich mich um 14.30 Uhr umschaue, habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mich wirklich in diesem Flur aufhalten möchte.
Bis um 16.00 Uhr sitzen der Liebste und ich auf dem Sofa, erholen uns vom Schleppen und Umräumen, lesen ein bisschen und dann klingelt meine Mama und es gibt duftenede Zimtschnecken zum Nachmittag.
Zwischendurch muss sie nochmal weg, einkaufen, aber um 18.30 Uhr sitzen wir dann zusammen in unserer Küche und lassen uns die Ravioli schmecken. Wie so manches Mal, wenn wir uns treffen, verquatschen wir uns ganz wunderbar.
Es geht um ernste und lustige Themen, um Freunde und Familie, irgendwie ein bisschen um alles. Dazwischen gibt es Tee, Schokolikör, für den Liebsten einen Whisky, …
Als ich um 23.65 Uhr im Bett liege und nochmal auf die Uhr schaue, bin ich rundum zufrieden und freue mich über das, was wir heute geschafft haben. Und morgen dann: ausschlafen, nichts tun, ein Bad nehmen, … Hachja!

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Leben

05. Februar 2016

5. Februar 2016

Ich erwache recht früh – ein gutes Zeichen! Denn nachdem ich mich nun fast zwei Wochen mit einer Grippe herumgeplagt habe (naja, zum Schluss hauptsächlich mit Husten und Schnupfen), werde ich langsam wieder fitter. Gestern haben der Liebste und ich die neue Schlafzimmerkommode aufgebaut und die alte Kommode ist in die Küche gewandert, daher sieht es überall noch etwas wüst aus… Trotzdem ist es dann doch ziemlich gemütlich, als wir bei Kerzenschein – die Sonne zeigt sich heute nicht ein Mal – frühstücken und mit frisch aufgebackenen Brötchen in den Tag starten.
Wir rödeln herum, räumen auf und ich lege Wäsche zusammen und putze die Küche ein bisschen. Außerdem läuft bereits wieder eine neue Wäsche und die Spülmaschine ebenso.
Gegen Mittag überlegen wir, was wir mal kochen könnten und ich beschließe, mal wieder einen Vorrat an der besten Tomatensauce der Welt anzulegen, also müssen noch Tomaten besorgt werden.
Danach geht es los, Knoblauch schneiden, andünsten, Honig dazu und dann Tomaten (immerhin zwei Kilo), alles blubbern lassen, pürieren und mit Salz, Pfeffer und Weißweinessig abschmecken. Hmmm, so gut! Zum Mittag gibt es also Nudeln mit Tomatensauce und danach sind wir beide ziemlich platt und müde.
Die Katze macht mir Sorgen, weil sie sich den ganzen Tag über an ihrem Ohr kratzt. Bei näherem Hinschauen entdecke ich, dass da ziemlich viel Flüssigkeit ist. Vor einigen Jahren hatte sie schon einmal eine Ohrentzündung, also müssen wir morgen wohl mal zum Tierarzt fahren. Der Katze gefällt es gar nicht, untersucht zu werden und sie verkriecht sich auf der Wolldecke auf dem Sofa, wo sie einschläft.
Ich mache eine Blogrunde, lese mich auf einem neuen Blog fest, schaue Bilder von Freunden an und freue mich außerdem über die Nachricht meiner liebsten Brieffreundin.
Plötzlich ploppen auf meinem Handy mehrere Nachrichten auf: Mein Vater heiratet im Frühjahr und die Tochter seiner Freundin schreibt mir, dass das Brauptaar sich wünscht, dass der Kuchen von uns Kindern (auch meinem Bruder) gebacken wird. Wir beraten uns kurz, beschließen dann aber, dass wir uns bald mal treffen müssen. Eine Torte für 47 Leute plant man nicht mal eben über WhatsApp.
Am späten Nachmittag fahren der Liebste und ich noch in den Baumarkt, Dübel, Spachtel und ein paar Schrauben kaufen, denn morgen wird gebohrt! Zwei Lampen, ein Spiegel und ein Bild müssen (wieder) angebracht werden und ich freue mich schon darauf. Ich mag es so gern, im Baumarkt herumzuschlendern und mich inspirieren zu lassen, also verbringen wir mal wieder viel mehr Zeit als nötig dort. Mit vielen Ideen fahren wir wieder zurück.
Zum Abend machen wir es uns auf dem Sofa gemütlich, schauen Columbo, trinken Tee und essen Chips (dient natürlich alles der Genesung!). Anschließend kommt meine Mama noch auf einen kurzen Plausch vorbei und nun fällt mir – heute zum ersten Mal rechtzeitig – ein, dass Frau Brüllen ja heute zum Tagebuchbloggen einlädt. Zu gern nehme ich diese Einladung an.
Alle anderen findet ihr an dieser Stelle.
Ich werde nun noch eine zweite Blogrunde machen, noch eine Maschine Wäsche zusammenlegen und dann wohl bald ins Bett gehen, ich bin richtig müde.
Vermutlich mit einem Hörbuch lasse ich den Tag dann also ausklingen.