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Zitate

Fundstück

The
Peace of Wild Things

When despair for the world grows in me
and I wake in the night at the least sound
in fear of what my life and my children’s lives may be,
I go and lie down where the wood drake
rests in his beauty on the water, and the great heron feeds.
I come into the peace of wild things
who do not tax their lives with forethought
of grief. I come into the presence of still water.
And I feel above me the day-blind stars
waiting with their light. For a time
I rest in the grace of the world, and am free.

— Wendell Berry

Fundstück

Wir wollen Momente auskosten, wollen so viel davon mitnehmen wie möglich. Etwas bekommen für die Zeit, die wir spenden. Wir wollen Momente zubereiten, wie man Mahlzeiten zubereitet; kleine Snacks für Zwischendurch, ab und zu ein Festmahl. Wir wollen in Erinnerungen schwelgen, und uns kleine Andenken auf der Zunge zergehen lassen.
[…]
Man braucht Momente, in denen man sich nicht nur unbeobachtet weiß, sondern auch selbst damit aufhört, sich zu beobachten. Man braucht Momente, in denen man nach nichts anderem strebt, als sie wahrzunehmen; nicht einmal danach, sie zu speichern.

[Queen of maybe – Inside your ancient eyes // hier]

Fundstück

Die meisten Menschen verpassen ihr ganzes Leben, weißt du. Leben heißt nicht, auf einem Berggipfel zu stehen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Leben heißt nicht, am Altar zu warten, oder auf den Augenblick, wenn dein Kind zur Welt kommt, oder das eine Mal, als du im tiefen Wasser geschwommen bist und ein Delphin neben dir herschwamm. Das sind Bruchstücke. Zehn oder zwölf Sandkörner, eingestreut in dein gesamtes Dasein. Aber sie sind nicht dein Leben. Leben heißt Zähne putzen, ein Sandwich belegen, Nachrichten sehen, auf den Bus warten. Einen Spaziergang machen. Jeden Tag passieren tausend winzige Ereignisse, und wenn du nicht aufpasst, wenn du nicht vorsichtig bist, wenn du sie nicht einfängst und dafür sorgst, dass sie zählen, könntest du es verpassen. Könntest du dein ganzes Leben verpassen.


[Toni Jordan – Tausend kleine Schritte // hier]

Fundstück

Die Erkenntnis, nichts Besonderes zu sein, überfällt die meisten Menschen einmal in ihrem Leben, nicht selten gegen Ende der Schulzeit oder zu Beginn der Berufsausbildung, und die intelligenteren eher als die unintelligenten. Aber nicht alle leiden gleich stark darunter. Wer mit den Idealen des persönlichen Verdienstes, der Leistung, des Herausragens als Kind nicht ausreichend vertraut gemachten worden ist, wird das Bewusstsein blasser Durchschnittlichkeit vielleicht hinnehmen wie eine zu große Nase oder zu dünnes Haar. Andere wieder reagieren darauf mit den bekannten Fluchtbewegungen, die von exzentrischer Kleidung über exzentrisches Leben bis hin zur ehrgeizigen Suche nach einem Selbst reichen können, das im eigenen Innern vermutet wird wie ein prächtiger verborgene Schatz, welchen die gnädige Psychoanalyse auch dem letzten Trottel zugesteht. Und die Sensiblen reagieren mit einer Depression.

[Wolfgang Herrndorf – Sand // hier]

Fundstück

Du gehst tanzen, du triffst Freunde, du verliebst dich, und alles bleibt ein bisschen schal. Es wird sich richten. Später. Denkst du. […] Das Erwachsenwerden kommt nicht über Nacht. Mach dir keine Hoffnungen. Es kommt in kleinen Wellen. Die schwappen ab und zu in dein Leben und jede kleine Welle bringt eine traurige Ahnung mit sich. Die macht dich begreifen, dass dein Leben irgendwann zu Ende sein wird. Begreifen. Gewusst hast du es ja immer, aber auf einmal fühlst du, wie schnell die Zeit vergeht. Ein Jahr ist nichts, zwei Jahre und bin ich das da, auf jenem Bild? So fängt es an, mit dem Erwachsenwerden, und es tut weh, wie Zähne bekommen. Du merkst auf einen Schlag, dass sich nichts ändert. Du hast den Sinn der Veranstaltung immer noch nicht begriffen, das große Leben hat immer noch nicht begonnen, mit seinen dicken Gefühlen. Aber du hast den Tod erkannt. Und du begreifst, dass dir niemand etwas geben wird, niemand dein tolles Leben machen wird, außer dir selber, doch das ist so verdammt anstrengend, und nicht mehr viel Zeit, wo geht die nur hin? Aus den kleinen Wellen des Begreifens wird eine Sturmflut oder Springflut oder wie die Dinger heißen, die alles überschwemmen, danach wird ein Meer daraus. In dem schwimmst du und begreifst, wie klein du bist, wie nichts. Mit deinem netten Beruf, deiner netten Wohnung, mit deinen freundlichen Freunden, die alle heiraten und Kinder kriegen und dann sterben, und du weiß noch immer nicht, wie es gehen soll. Du wirst nicht viele Leben ausprobieren können, sondern nur das eine, für das du dich nicht einmal richtig entschieden hast, es war halt gerade da.

[Sibylle Berg – Theorie // hier]

Mittwochsschön | KW 2

Wunderschön und gerade frisch entdeckt!
Absolut hörenswert und damit mein Mittwochsschön: Liz Lawrence

Außerdem schön:
1. Der Theaterbesuch heute Abend
2. Beginn meines langen Wochenendes
3. Zeit, ein Buch zu beenden
4. Die frische Ökokiste mit Gartenäpfeln
5. Das dazu passende, neu entdeckte Apfelstrudelrezept

Advent

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.

Kristalle schaukeln von den Bäumen,

die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee – In unsern Träumen
weihnachtet es seit gestern schon.
 
Mascha Kaléko

Am Freitag erschien – endlich, endlich – das neue Mumford & Sons Album!
Ich hatte es schon vor zwei Monaten vorbestellt und konnte es kaum erwarten. Und dann saß ich da, nach der Premiere am Freitag, morgens um zwei, und lauschte den Klängen. Die ein oder andere kleine Träne fand ihren Weg und nun erwarte ich sehnsüchtig die nächste Europa-Tour.
Vor fast genau zwei Jahren sah ich sie zum ersten Mal.
Ganz allein war ich dort, denn der Ex-Freund hatte sich zu spät um eine Karte bemüht.
Und als die ersten Töne erklangnm, hätte ich kaum glücklicher sein können. Dort habe ich auch eine, inzwischen sehr gute, Freundin kennengelernt.
Das erste Album belgeitete mich durch den Herbst 2010 und ebenso gut wird mich das neue Album nun durch diesen Herbst begleiten. Je öfter ich dieser Musik lausche, desto mehr lese und sehe ich darin.

„Wenn mein Herz komponieren könnte, würde es so klingen.“

Because you only need the light when it’s burning low
Only miss the sun when it starts to snow
Only know you love her when you let her go
Only know you’ve been high when you’re feeling low
Only hate the road when you’re missing home
Only know you love her when you let her go